«Ich hoffe auf die Unterstützung der Bevölkerung», hat Grenchens Trainer Patrick Bösch für den Match «Not gegen Elend» einen Wunsch. Er lobt die Disziplin seiner neu zusammengewürfelten Mannschaft, den Einsatz von Sportchef Renato Brun und Assistent Roland Güggi, und vom Vorstand ganz speziell Lilo Dellsperger, die den FCG am Leben halte. «Wir alle setzen uns alle für den FC Grenchen ein und ich möchte daran erinnern, dass wir nicht schuld an der heutigen Situation sind.»

Patrick Bösch zitiert seinen Trainerkollegen von Concordia: «Es geht in der 1. Liga nicht mehr, dass man junge Spieler von den A-Junioren oder aus der 2. Liga direkt in die erste Mannschaft integriert», sagte Peter Schädler vor einer Woche im Interview mit der Basellandschaftlichen Zeitung. Das beschreibe die jetzige Situation beim FC Grenchen perfekt. «Die Fortschritte sind erkennbar», sagt Bösch, «einzig das frühe Gegentor tat gegen Cham weh. Danach hielten wir bis in die Schlussphase gut mit.» Aber das alleine reiche nicht. Die Einsicht, dass man mit der jetzigen, durchaus sympathischen und willigen Jekami-Truppe keine Chance hat, den Abstieg zu verhindern, hat sich auch beim Zweckoptimisten Patrick Bösch durchgesetzt. «Im Frühling wird die Mannschaft anders aussehen, es tut sich etwas. Wir können für die Rückrunde ein paar neue Gesichter engagieren.»

Der Versuch mit dem starken Brasilianer João Manoel Cabral, der durch Paulo Vogt zu Grenchen vermittelt wurde, ist aber gescheitert. Cabral ist nach Brasilien zurückgekehrt, um keine Probleme mit dem Visum zu bekommen, nachdem ihn Grenchen nicht als Profi legalisieren konnte. «Ich setze darauf, dass er zu uns zurückkehrt, sobald die Formalitäten geregelt sind», sagt Patrick Bösch – wie immer sehr optimistisch.

Bern ohne Kliment Nastoski

Bern muss ausgerechnet auf Kliment Nastoski verzichten. Der Ex-Grenchner wurde in der 36. Minute bei der 0:1-Niederlage gegen Concordia nach einer Schiedsrichterbeleidigung vom Platz gestellt und ist gesperrt. Zur Erinnerung: Der 27-jährige Mittelfeldregisseur war massgeblich daran beteiligt, dass der FCG in den ersten Runden immerhin 5 Punkte erobern konnte. Am Tag, nachdem den Spielern ohne Vorwarnung die Spesenentschädigung gestrichen wurde und als nicht weniger als 9 Stammspieler ihren Dienst quittierten, wechselte auch der 27-jährige Mazedonier mit bulgarischem Pass zum FC Bern, weil er auf das Geld, das er als Fussballspieler bekommt, ganz einfach angewiesen ist.