Eishockey
Beim EHC Olten kommt es zu einer Rochade unter Kanadiern

Adam Courchaine wird am Dienstagabend ein erstes Mal für den EHC Olten auflaufen. Ob der letztjährige DEL-Topskorer gegen die Junglöwen aber sogleich zur Kür wird ansetzen können, das scheint zumindest fraglich.

Michael Forster
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Shayne Wiebe bekommt den neuen Konkurrenzkampf als Erster zu spüren: Er muss Adam Courchaine Platz machen.

Shayne Wiebe bekommt den neuen Konkurrenzkampf als Erster zu spüren: Er muss Adam Courchaine Platz machen.

bko

Das Ganze hier erinnere ihn ein wenig an Österreich, meinte der neue EHCO-Kanadier Adam Courchaine nach seinem ersten Trainingstestlauf für Grünweiss. Österreich? «Die Stadien haben eine ähnliche Grösse», präzisierte der 30-Jährige, in der DEL hingegen war ich mir eine andere Dimension gewohnt» – mit prächtigen Eishockey-Stätten zum Beispiel in Berlin oder Düsseldorf. Von dort war Courchaine am Sonntag per Flugzeug in die Schweiz gereist; beim Auswärtsspiel in Martigny hingegen war er noch nicht mit von der Partie. Seine Premiere im Dress der Oltner lässt aber nicht mehr lange auf sich warten: Bereits heute Abend wird er in Küsnacht erstmals Bekanntschaft mit der NLB machen. Ob der letztjährige DEL-Topscorer gegen die Junglöwen aber sogleich zur Kür wird ansetzen können, das scheint zumindest fraglich. Für Courchaine ist es nicht nur das erste Spiel in der Schweiz, er stand gestern auch zum ersten Mal seit drei Wochen und seinem Abgang aus Krefeld wieder auf dem Eis.

Wiebe heute nur Zuschauer

Anzeichen von Unsicherheit oder gar Panik waren beim Goalgetter deswegen aber keine auszumachen. «Ich will gewinnen», sagte er selbstverständlich. «Es fehlen noch fünf Spiele bis zu den Playoffs, dann bin ich bereit.» Schliesslich, so der Kanadier, sei das die wichtigste Zeit. Nicht ganz unbedeutend sind für sein Team aber auch die verbleibenden Spiele bis zum Playoff-Auftakt am 13. Februar. Der EHCO muss die zweieinhalb Wochen nutzen, um sich in Playoff-Form zu bringen. Über Wochen bereits gelingt es nur sporadisch, den entscheidenden Zacken zuzulegen – nachdem der Start unter dem neuen Trainer Heikki Leime so verheissungsvoll verlaufen war. «Diese Phase widerspiegelt ein wenig den gesamten Saisonverlauf», so der Finne, «einfach in einem viel engeren Zeitraum. Wir müssen ganz einfach versuchen, uns so schnell wie möglich wieder zurückzuarbeiten.»

Das 5:6 in Martigny war zwar die 3. Niederlage hintereinander, und doch sah Leime zumindest eine positive Tendenz. «Mit dem Resultat bin ich zwar nicht zufrieden, mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, hingegen schon. Wir waren nahe am Sieg und haben besser gespielt, als die ganze Woche davor.» Den markanten Leistungssprung zwischen den beiden Duellen gegen die Unterwalliser konnte Leime nicht plausibel erklären. «Vielleicht lag es daran, dass nun wirklich alle Druck verspüren. Wir waren ein paar Mal nahe dran am Torerfolg, aber eben nur nahe. Da baut sich automatisch ein gewisser Druck auf.»

Zu spüren bekommen die neuen Verhältnisse vor allem auch die beiden jungen Kanadier, welchen in der Person ihres erfahrenen Landsmannes eine echte Konkurrenz erwächst. Als Erster wird heute Shayne Wiebe seinen Platz im Team räumen müssen. An seiner Leistung gegen Martigny liegt es nicht, wie die makellose sonntägliche Bilanz (drei Punkte, bei vier Treffern auf dem Eis, kein Gegentor) beweist. Das 5:6, welches dem EHCO zwar keine Punkte, dafür zumindest «viel positive Energie» eintrug, wie Leime betonte, bewies, dass Wiebe an der Seite von Feser harmoniert.

Trotzdem will, ja muss der EHCO-Trainer die Rochade vornehmen: «Es ist grundsätzlich gut, gegen Ende der Saison über drei Ausländer verfügen zu können. Adam ist ein schlauer Spieler, er wird bei uns für einen gesunden Konkurrenzkampf sorgen.» Und der habe noch nie geschadet – vor allem unter Kanadiern nicht: «Sie sind es sich gewohnt, Druck zu verspüren. Das macht sie eher noch besser.» Praktisch keinen Konkurrenzkampf gibt es vorläufig auf den anderen Feldspieler-Positionen. Noch immer fehlen Heikki Leime heute Abend diverse Spieler krank oder verletzt. Zum Beispiel der zuletzt formstarke Tim Weber, welcher leichte Kopfschmerzen auskurieren will, oder Adrian Brunner, welcher sich gestern Montag einem MRI-Untersuch unterziehen musste. Zurück, und nach seiner Erkältung wieder zu hundert Prozent fit, ist dafür Diego Schwarzenbach.