Von der ersten Minute an wollten die Oltner bereit sein gegen die zu Hause traditionell wie eine Dampfwalze loslegenden Neuenburger. Ausgesehen hat das Ganze dann freilich etwas anders. Erste Minute: Pfostenschuss La Chaux-de-Fonds. Vierte Minute: Das Heimteam ging in Führung. Und schon fielen die Oltner wieder in das in dieser Saison ausgeprägt auftretende Fehlermuster: Scheibenverlust in der Offensivzone verbunden mit ungenügend schnellem Umschalten zur Defensivarbeit.

Ein typischer Fall von Kabinenpredigt

Olten-Keeper Kropf konnte sich auch in der Folge nicht über mangelnde Arbeit beklagen, im Gegenteil. Nachdem Wüthrich eine von Sertich perfekt aufgelegte Chance eher kläglich ausliess, schlugen die Chaux-de-Fonniers ein zweites Mal zu. Wieder Fehler in der EHCO-Offensive, und diesmal nutzte Kast die Freiheiten in Oltens Defensivzone zum 2:0 aus.

Alles in allem war der erste Abschnitt ein typischer Fall für eine Kabinenpredigt, doch es dauerte auch nach der Sirene relativ lange, bis die Gäste endlich zu ihrem Spiel fanden. Lange genug jedenfalls, um den Einheimischen den dritten Treffer zuzugestehen. Praktisch ohne Ankündigung kam der EHCO dann aber durch Della Rossa in der 25. Minute zum Anschlusstreffer, und ab Spielmitte gab es zunehmend ernsthafte Anzeichen, dass die Muller-Truppe die Partie doch noch nicht verloren gab. Aber im Abschluss sündigten die Gäste.

Der Wurm ist weiter drin

In der 44. Minute legte dann Boachatay für die Neuenburger noch einen drauf. Dies, obwohl der EHCO im dritten Abschnitt eher stärker agierte. Die Scheibe lief zwar zunehmend besser, für einen weiteren Treffer agierten die Gäste vor dem gegnerischen Tor aber zu wenig zwingend. Entschuldigend kam für Olten dazu, dass Damiano Ciaccio einen ganz starken Abend einzog. Es ist jedoch eine Entschuldigung, welche höchstens für die zweite Spielhälfte gilt. Zuvor wartete man während geschlagenen 29 Minuten vergebens darauf, dass der EHCO die abermals guten Vorsätze erstmals in dieser Saison (ausser vielleicht gegen Thurgau) auch in einem Auswärtsspiel umsetzen möge.

Der Wurm ist also weiter drin auf fremdem Eis, das wurde bei der vierten Niederlage im sechsten Anlauf deutlich. Gegen eine Mannschaft, die zwar dank ihren ersten beiden Sturmlinien vor dem gegnerischen Tor für ausreichend Gefahr sorgen kann, aber mehr nicht. (mf)