Schwingen
Beim dreifachen Vater Bruno Gisler kribbelts nach der Babypause wieder

Der Solothurner Bruno Gisler steigt am Sonntag nach einer langen Pause wieder ins Sägemehl. Sein Saisonziel ist jedoch das «Eidgenössische» Ende August in Burgdorf.

Fabio Baranzini
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Steht erstmals seit dem vergangenen August wieder im Rampenlicht: Bruno Gisler (r.) lanciert in Herlisberg seine neue Saison. Keystone

Steht erstmals seit dem vergangenen August wieder im Rampenlicht: Bruno Gisler (r.) lanciert in Herlisberg seine neue Saison. Keystone

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Der letzte Wettkampf von Bruno Gisler liegt lange zurück. Ungewöhnlich lange. Mitte August hatte er in Herzogenbuchsee sein letztes Schwingfest bestritten. «Eigentlich wollte ich noch mindestens an zwei weiteren Wettkämpfen teilnehmen, denn schliesslich schwinge ich ja für die Auftritte an den Festen», sagt Gisler.

Doch der 29-Jährige hatte gute Gründe für die Absagen. Ende August erblickte Töchterchen Flavia Ronja die Welt und im November musste er wegen einer Magen-Darm-Grippe das Bett hüten.

Um den Sieg mitschwingen

Nun ist der dreifache Familienvater Gisler aber bereit für seinen ersten Auftritt nach gut acht Monaten Pause. «Es kribbelt schon und ich bin froh, kann ich mich endlich wieder mit der Konkurrenz messen», freut sich der Solothurner. Am Sonntag wird Gisler erstmals am Herlisberg-Schwinget im Kanton Luzern teilnehmen.

Für seine Rückkehr hat er sich ein klares Ziel gesetzt: «Auch wenn ich mich erst wieder an den Wettkampfrhythmus gewöhnen muss, möchte ich um den Sieg mitschwingen», sagt er. An Konkurrenz wird es Gisler jedoch nicht mangeln.

Er erwartet einige harte Kämpfe gegen die unbequemen Innerschweizer. «Ich nehme die Herausforderung aber gerne an, denn ich will wissen, wo ich nach der langen Aufbauphase stehe», erklärt er.

Seit letztem November trainiert Bruno Gisler fünf Mal pro Woche, damit er in dieser Saison erneut mit den Besten mithalten kann. Von Montag bis Freitag besucht er nach der Arbeit als Industriemechaniker und Landwirt auf dem Hof der Eltern in Rumisberg das Training.

«Haben intensiv gearbeitet»

Zwei Mal gehts ins Sägemehl, zwei Mal in den Kraftraum und einmal nach Magglingen zu seinem Trainer Andreas Lanz. «Wir haben intensiv daran gearbeitet, dass ich mehr Kraft umsetzen kann, ohne Gewicht zuzulegen», erklärt er.

Würde sich der 1 Meter 90 grosse und 104 Kilogramm schwere Gisler zusätzliche Kilos antrainieren, wäre das kontraproduktiv. Dadurch würde er seine gefährlichsten Waffen, die Kondition und die Geschwindigkeit, einbüssen.

Ende August in Topform

Zwei Jobs, daneben die Familie und rund zehn Stunden Training pro Woche; wird das nicht ein bisschen viel? «Ich komme schon an meine Grenzen. Umso wichtiger ist es, dass ich regelmässig Pausen einlege und auf meinen Körper höre. Schliesslich bin ich nicht mehr 20», meint Gisler.

Entsprechend hat er auch während der Saison immer wieder Regenerationsphasen eingeplant, denn schliesslich muss er Ende August noch die nötige Kraft haben, um beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Topform zu sein. Das ist sein grosses Ziel.

Bei seinem bereits fünften «Eidgenössischen» will Gisler mindestens einen Kranz holen. «Das sollte mit einer soliden Schwingleistung machbar sein. An einem guten Tag liegt auch ein Platz unter den ersten fünf oder gar noch mehr drin», blickt er voraus.

Genauer festlegen will sich Gisler aber noch nicht. Dafür ist der Saisonhöhepunkt noch zu weit weg. Zumindest die nötige Erfahrung für ein gutes Abschneiden in Burgdorf bringt Gisler aber mit. «Dadurch bin ich weniger nervös und kann das Fest auch geniessen.»

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