Volleyball
Bei Schönewerd fehlt nur noch ein Puzzleteil

Die Saison 2017/18 beginnt für den Dritten des Vorjahres am 15. Oktober mit dem Heimspiel gegen Lausanne. Das Kader steht grossmehrheitlich, nur ein Puzzleteil fehlt noch. Die entstandenen Lücken in der NLA werden mit Spielern aus der NLB gefüllt

Raphael Wermelinger
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Von diesem Trio hängt viel ab bei Volley Schönenwerd: Kristo Kollo, Leon Dervisaj und Daniel Rocamora (von links).

Von diesem Trio hängt viel ab bei Volley Schönenwerd: Kristo Kollo, Leon Dervisaj und Daniel Rocamora (von links).

RFO

«Die Lizenzkommission von Swiss Volley hat elf NLA-Teams die Spielberechtigung für die Saison 2017/18 erteilt. Der Lizenzentscheid für die Mannschaften aus Lugano, Luzern, Köniz, Schaan, Franches-Montagnes und Schönenwerd wurde vertagt», steht auf der Homepage des Schweizer Volleyballverbands. Muss Volley Schönenwerd um die NLA-Zugehörigkeit bangen? Teammanager Daniel Bühlmann verneint lachend: «Es tönt spektakulärer, als es ist. Und es ist natürlich unschön, im gleichen Satz mit Lugano erwähnt zu werden.»

Der Serienmeister der Jahre 2013 bis 2015 musste sich vor einem Jahr wegen finanzieller Ungereimtheiten aus der NLA zurückziehen. Im Fall von Volley Schönenwerd gehe es aber lediglich darum, ein Dokument nachzureichen. «Es ist eine rein formelle Geschichte», stellt Bühlmann klar. Der achten NLA-Saison der Niederämter in Folge steht demnach nichts im Wege. Am Montag erfolgt der offizielle Trainingsstart bei «Schöni».

Estnisches Trainerduo

Trotz des Gewinns der Bronzemedaille wurde Trainer Zharko Ristoski durch den 34-jährigen Esten Rainer Vassiljev ersetzt. «Ristoski ist eher ein Trainer, der mit fertigen Spielern arbeitet», nennt Bühlmann den Hauptgrund für die Rochade. «Wir bauen aber auf junge und talentierte Schweizer Spieler und wollen diese weiterentwickeln. Das hätte mit Ristoski nicht funktioniert.» Vassiljev habe in der estnischen Liga, die vergleichbar sei mit der NLA, bewiesen, was er kann. «Ich bin von seinen Ideen überzeugt», sagt Bühlmann. Der neue Coach bringt mit Indrek Verro gleich noch einen Landsmann mit. Als Assistenz- und Athletik-Trainer. Schönenwerd setzt somit erstmals auf ein Profi-Trainergespann.

Sechs Abgänge und vier Zuzüge lautete bis jetzt die Transferbilanz, was die Spieler betrifft. Passeur Sébastien Chevallier konzentriert sich auf sein Studium und ist nach nur einer Saison wieder weg. Dadurch wird Leon Dervisaj zur unumstrittenen Nummer 1 auf der Position des Zuspielers. «Ich bin sicher, dass er diese Chance packt», so Bühlmann. Zweiter Passeur wird Mathis Jucker, der in der letzten Saison für das NLB-Team der Schönenwerder spielte.

Einer der besten Junioren

Auf der Diagonalposition können die Schönenwerder weiter auf den Spanier Daniel Rocamora zählen. Der 29-Jährige war in der letzten Saison Topskorer und wertvollster Spieler der NLA-Qualifikation. Bühlmann hofft, dass Rocamora diese Leistungen in seiner zweiten Saison bestätigen, und in den Playoffs im Vergleich zum Vorjahr gar noch eine Schippe drauflegen kann. Der zweite Diagonalangreifer wird Yves Roth sein, der also den Sprung von der zweiten Mannschaft ins Fanionteam schafft. «Er ist einer der besten Junioren seines Alters», hält Bühlmann viel vom 20-Jährigen. Roth ersetzt Noel Giger, der sich vom Leistungsvolleyball zurückzieht.

Mit Dominik Häfliger und Irian Mika werden zwei weitere Jungspunde vom NLB- ins NLA-Team aufsteigen. Sie füllen die beiden Plätze auf der Aussenposition, die durch die Abgänge des Mexikaners Carlos Guerra (Rücktritt) und des Kroaten Fran Peterlin (Foinikas Syros, Griechenland) frei werden. Häfliger und Mika sollen Leandro Gerber und Kristo Kollo, die zumindest auf dem Papier auf der Aussenposition gesetzt sind, Druck machen. «Sie werden definitiv ihre Einsätze bekommen», verspricht Daniel Bühlmann, «und zwar nicht erst, wenn wir 22:2 führen in einem Satz.»

Ein Mittelblocker fehlt noch

Was die Mittelblocker angeht, seien die Schönenwerd in einer etwas unangenehmen Situation, meint Bühlmann. Christopher Frame (neu bei Luzern) sowie Marko Kesten (Amriswil) waren mit ihren Einsatzzeiten nicht zufrieden und wechselten zu Ligakonkurrenten. «Ich bin nicht glücklich über diese Entscheide», gesteht Bühlmann, «doch Reisende soll man nicht aufhalten.» Mit Simon Hofstede und Christoph Hänggi haben die Schönenwerder ja immerhin zwei Nationalspieler in ihren Reihen.

Allerdings braucht es im Minimum noch einen Mittelblocker als Ersatz hintendran. «Gute Schweizer hat es praktisch keine mehr auf dem Markt. Es läuft auf einen Ausländer hinaus», erklärt Bühlmann. «Mit diesem Transfer lassen wir uns aber genug Zeit.» Kein Handlungsbedarf besteht dagegen beim Libero. Der 21-jährige Julian Fischer wird auch in der kommenden Meisterschaft die alleinige Nummer 1 sein auf dieser Position.

Am Montag nimmt die Schönenwerder NLA-Equipe die Saisonvorbereitung auf. Vom 15. bis 17. September steht ein Trainingslager in Brig an. Am Wochenende darauf findet in der Erlimatthalle in Däniken ein Vorbereitungsturnier statt. Die Gegner sind Schweizer Meister Amriswil und Näfels. Am 30. September warten dann noch die Freundschaftsspiele gegen zwei weitere NLA-Vereine Jona und Luzern an. «Wir sind stark genug, dass jeder Gegner auf uns schauen muss. Das Ziel ist ein Platz in den Top 4», blickt Teammanager Daniel Bühlmann voraus.