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Bei Maiju Mallat sitzt Armani wie angegossen

Die Finnin Maiju Mallat reitet am CSI Zürich auf Pferden von Heinz und Eva Senn aus Lostorf. Mit ihrem Paradepferd Armani möchte sie sich für das verletzungsbedingte Ausscheiden vom letzten Jahr rehabilitieren.

Daniel Weissenbrunner
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Die Reiterin und ihre Besitzer: Heinz Senn, Maiju Mallat auf Armani und Eva Senn vor dem Hallenstadion. cs

Die Reiterin und ihre Besitzer: Heinz Senn, Maiju Mallat auf Armani und Eva Senn vor dem Hallenstadion. cs

Maiju Mallat hat mit dem CSI Zürich noch eine Rechnung offen: Im vergangenen Jahr landete die 35-Jährige nach einem Sturz mit Gran Carthago unsanft auf den Boden. Sie prellte sich die Schulter und war danach zum Zusehen verdammt. «Das war ärgerlich, weil ich in der Auftaktprüfung den dritten Rang belegt hatte und mich hervorragend fühlte», sagt die quirlige Finnin.

Mit ihrem Paradepferd steht Mallat an diesem Wochenende im Hallenstadion wieder am Start. Beobachtet nicht nur vom Publikum, sondern von den Besitzern des 12-jährigen Wallachs. Eva und Heinz Senn haben Armani auf Empfehlung von Thomas Mecan gekauft. Mecan unterhält in Dielsdorf einen Stall und ist der Arbeitgeber von Maiju Mallat.

Grosses Geld nicht im Vordergrund

Das Ehepaar Senn betreibt in Lostorf seinerseits eine Hengststation. 35 Pferde bieten sie auf ihrer Anlage Kost und Unterkunft. Die Investition für Armani habe sich bis jetzt gelohnt, sagt Eva Senn. Wobei ihr der Begriff Investment nicht gefällt. «Für uns ist es ein Hobby. Um das grosse Geld machen zu wollen, wäre mehr unternehmerischer Spürsinn nötig», sagt die 61-Jährige, die ihren Mann vor 40 Jahren – beim Reiten – kennen gelernt hatte. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. «Er kam von rechts und ich von links. Ich wies ihn darauf hin, dass er aus einer Reitverbotszone im Wald kam.» Heinz Senn nahm das verbale Vorpreschen von Eva gelassen. Ein Jahr später heirateten die beiden.

Trennung als Neuanfang

Nicht eine Heirat, sondern eine Trennung bewog Maiju Mallat vor einigen Jahren, Finnland zu verlassen und sich etwas Neues aufzubauen. In der Nähe von Tampere, im Süden des Landes, wurde sie gross. Dort bewirtschaftete die Familie eine kleine Farm mit Pferden und Ponys. Nach dem Beziehungsaus sagte sich die Vollblutreiterin: «Jetzt will ich weg, nun möchte ich es wissen.» Über Holland landete sie vor drei Jahren in der Schweiz bei Max Hauri in Seon im Kanton Aargau. Dort übernahm Mallat die Ausbildung und den Verkauf von Pferden, ehe sie den Weg zu Thomas Mecan ins zürcherische Dielsdorf fand.

Ein Stück von der Spitze entfernt

So gut es Mallat in der Schweiz gefällt, so weit ist sie von der Weltspitze noch entfernt. Momentan liegt sie an 255. Stelle im Ranking. «Keine Frage, mein mittelfristiges Ziel ist der Sprung unter die Top 100.» Einfach wird das nicht. «Man weiss nie, wie lange man ein gutes Pferd reiten kann und darf.» Diesbezüglich sendet Eva Senn ihrer Reiterin ein beruhigendes Signal aus. «Wir sind mit ihr sehr zufrieden. Wenn sie noch routinierter und konzentrierter wird, dann sollte sie sich weiter verbessern.» Maiju Mallat gefallen diese Worte. Sie traut sich zu, die Qualifikation für die Weltreiterspiele Ende August in der Normandie zu schaffen. «Am liebsten natürlich mit Armani.» Der sitzt ihr wie angegossen.