Eishockey
Bei Langenthals Stephan Moser weckt das Derby besondere Emotionen

Bei Langenthal-Stürmer Stephan Moser, dem einstigen Langnau-Junioren, weckt das heutige SCL-Derby Emotionen. Trotz Vorfreude will er dem Favoriten nichts schenken.

Michael Schenk
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Trotz Vorfreude: Stephan Moser (l.) will seinem Jugendverein im Derby nichts schenken. Marcel Bieri

Trotz Vorfreude: Stephan Moser (l.) will seinem Jugendverein im Derby nichts schenken. Marcel Bieri

KEYSTONE

«Das ist definitiv kein gewöhnliches Spiel für mich», blickt Langenthal-Stürmer Stephan Moser dem heutigen Heimspiel gegen die SCL Tigers entgegen. Immerhin hat der 27-jährige Angreifer seine gesamte Junioren-Zeit bei den Emmentalern verbracht und später 140-mal für die Tigers in der NLA gespielt.

Letzteres sehr oft zusammen mit seinen beiden Brüdern Simon (24) und Christian (29). Der bekannteste aus dem Moser-Terzett ist der jüngste, Simon. Der Nationalspieler weilt derzeit im NHL-Camp bei den Nashville Predators und versucht da in der besten Liga der Welt Fuss zu fassen.

In der Nacht auf heute stand der WM-Silbermedaillengewinner und Held von Stockholm erstmals im Aufgebot der Predators gegen die Florida Panthers. Verteidiger Christian seinerseits hat die Emmentaler auf diese Saison hin Richtung Biel verlassen.

Obwohl inzwischen alle Moser-Brüder eishockeytechnisch nichts mehr mit den SCL Tigers zu tun haben, spielt der Hauptort des Verwaltungskreises Emmental für Stephan Moser nach wie vor eine wichtige Rolle in seinem Leben. «Meine Tochter lebt da und insofern bin ich natürlich immer noch regelmässig in Langnau», sagt der kräftige Stürmer.

Freude steht im Vordergrund

Was die heutige Partie gegen «seine» Tiger angeht, steht für den einst gelb-roten und aktuell blau-gelben SCL-Spieler in allererster Linie die Freude im Vordergrund. «Es fühlt sich schon anders an, als wenn es gegen einen in Anführungszeichen gewöhnlichen Gegner geht», gibt Moser zu. Und: «Ich freue mich sehr auf dieses Spiel.» Es riecht quasi schon ein bisschen nach Weihnachten.

Als die Tigers letztmals in Langenthal zu einem Meisterschaftsspiel antraten war Stephan Moser gerade mal 6-jährig. 1992 war es – in der 1. Liga. Und damals hat man effektiv selbst die Engel im Himmel «Hopp SCL» – welcher auch immer – singen hören. Der Schoren war proppenvoll, die Stimmung phänomenal. Noch heute rühren von Interlaken bis Zunzgen sämtliche Zuschauer-Saisonrekorde aus dieser legendären Spielzeit mit den Tigers.

Heisse Ambiance erwartet

Eine ähnlich mitreissende Ambiance ist auch diesen Abend im ersten Berner Derby der Saison zu erwarten. Die viel zitierte und definitiv aussergewöhnliche Liebe der Tigers-Fans zu ihrem SCL wird auch in dieser NLB-Saison vielenorts spürbar sein und die Kassen klingeln lassen. Am Samstag weilten 5160 Fans in der Ilfishalle beim Spiel gegen Thurgau – viele davon werden heute auch in Langenthal dabei sein wollen.

Langnau mit zwei Siegen

«Ich erwarte ein enges Spiel», prophezeit Stephan Moser. Selbst wenn er die Langnauer, die mit zwei Siegen gegen Ajoie und Thurgau gestartet sind, sehr stark einstuft. «An Selbstvertrauen wird es ihnen nicht mangeln.» Andererseits ist der SC Langenthal heute für einmal nicht unbedingt der Topfavorit auf eigenem Eis. «Das Augenmerk ist in dieser Saison vor allem auf Langnau gerichtet – insofern können aus dem Windschatten angreifen», so Moser.

Trotz Niederlage gefährlich

Eine Ausgangslage, welche die Oberaargauer gewiss nicht weniger gefährlich macht, als sie es eh schon sind. Die 1:3-Niederlage vom Samstag bei den GCK-Lions führt Moser vorab auf mangelnde Effizienz im Abschluss zurück. «Das müssen wir heute natürlich besser machen, sonst wird es sehr schwierig.»

Was die unmittelbare Vorbereitung auf das SCL-Derby angeht, räumt Stephan Moser ein, dass «wir nichts anderes getan haben, als sonst. Wir bereiten uns auf jeden Gegner genau gleich vor.» Nichtsdestotrotz: Ein Gegner wie jeder andere werden die SCL Tigers heute auf Schoren gewiss nicht sein.