Im Vorfeld definierten die Organisatoren ein ambitiöses Ziel. Zur 30. Auflage der traditionsreichen Achterrennen wünschten sie sich 30 Boote am Start. Wenn man bedenkt, dass es vor einem Jahr nur 23 Boote waren, dann erstaunt es schon ein wenig, dass diese Vorgabe sogar weit übertroffen werden konnte: Diesmal nahmen 35 Boote am Rennen teil, das als Jahreshöhepunkt und Abschluss der Saison einen festen Platz im Kalender der Schweizer Ruderszene eingenommen hat.

Ein Glück also, dass die Boote neuerdings nicht nur beim Pier 11, sondern dank abgeschlossener Renovation des Bootshauses auch noch an einem zweiten Standort zu Wasser gelassen werden konnten.

Grössere Reichweite

Das starke Wachstum der Teilnehmerzahl um zwölf Boote erklärte Ok-Präsident Thomas Christen mit der erweiterten, nationalen Kommunikation. «Die Boote konnten sich erstmals direkt über die Homepage des Schweizer Ruderverbandes anmelden und die grössere Reichweite hat sich positiv ausgewirkt.» Christen freute sich besonders, dass mit Morges diesmal auch ein Achter aus der Romandie am Start war.

Als Steuermann werden Frauen beim Achter immer gerne eingesetzt, weil sie leichter als die Männer sind und weil weibliche Stimmen bei den lauten Kommandos auf dem Wasser offenbar mehr Wirkung erzielen. Die Initiative, diesmal wieder acht Solothurner Frauen zusammen in einem Boot rudern zu lassen, ging von Charlotte Sattler aus. Als erfolgreiche Juniorin sass sie bereits damals vor zwölf Jahren im letzten Solothurner Achter.

Immer mehr Frauen rudern

«Rudern ist ein gesunder Sport, der den ganzen Körper herausfordert und es gibt immer mehr Frauen, die sich dafür begeistern können», erklärt Sattler das Revival. Dann musste sie aber ausgerechnet für sich selber noch einen Ersatz suchen – weil sie nun ein Kind erwartet. «Die Bauchmuskulatur ist beim Rudern extrem wichtig und deshalb habe ich wegen der Schwangerschaft lieber auf eine Teilnahme verzichtet.»

Seit zwei Monaten sei das Boot nun wieder komplett. Charlotte Sattler: «Wir haben beim Alter eine Spannweite von 14 bis 48 Jahren und starten deshalb in der Kategorie Seniorinnen. Nun hoffe ich, dass es mit unserem Achter im kommenden Frühling weiter gehen wird. Der Solothurner Ruderclub möchte nämlich das Frauenrudern auf einem etwas höheren Niveau etablieren, indem wir Technik und Kondition fördern und regelmässig an Regatten teilnehmen.»

Das milde Herbstwetter lockte sehr viele Zuschauer an, die am Pier 11 bei einem Teller Kürbissuppe oder einer Bratwurst vom Grill das Spektakel genossen. Und so wurde das Achterrennen zu einem kleinen Volksfest. «Dabei zu sein ist wichtiger als eine Rangliste», erklärte am Ende Thomas Christen. «Jeder Teilnehmer bekommt eine kleine Erinnerung. Dazu gewinnt das langsamste Boot einen Kuchen und das schnellste eine Medaille», sagte der Ok-Chef.

In den kommenden Tagen sollte noch eine Rangliste zum Download auf die Homepage des Solothurner Ruderclubs aufgeschaltet werden.

www.solothurner-ruderclub.ch