Beachvolleyball
«Ähnlich wie ein Zirkus»: Die Beachtour machte Halt in Olten

Nach einem Jahr Zwangspause kehrte die Beachtour nach Olten zurück. «Auch in der etwas abgeänderten Version kam das Turnier sehr gut an bei den Zuschauern», sagt Turnierdirektor Michi Bleiker. Jubeln konnten in Olten am Schweizer Nationalfeiertag die ausländischen Duos.

Raphael Wermelinger
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Das einzige ausländische Duo, die Neuseeländer Ben und Sam O’Dea, setzte sich in Olten gegen die gesamte Schweizer Konkurrenz durch.

Das einzige ausländische Duo, die Neuseeländer Ben und Sam O’Dea, setzte sich in Olten gegen die gesamte Schweizer Konkurrenz durch.

Paul Good

Das Dutzend ist voll: Zum zwölften Mal machte die Beachtour in diesem Jahr Halt in Olten. 2009 war die Premiere, im vergangenen Jahr fiel der Anlass der Coronapandemie zum Opfer. Und auch die diesjährige Austragung stand lange auf der Kippe. Das Turnier hätte eigentlich bereits im Juni stattfinden sollen.

Nicht nur der Termin wurde geändert, auch der Standort. Statt auf der Kirchgasse wurde heuer in der Schützi gespielt. «Aufgrund der reduzierten Grösse des Turniers in diesem Jahr passte die Schützi als Standort sehr gut. Oben in der Kirchgasse war die Arena fast doppelt so gross», sagt Turnierdirektor Michi Bleiker.

Die Tribünen vor der Schützi waren für insgesamt 450 Zuschauer konzipiert, durften aber nur zu zwei Dritteln gefüllt werden. «Wir waren sehr gut ausgelastet, hatten aber keine Probleme mit der Kapazitätsgrenze», kommentiert Michi Bleiker das Zuschauerinteresse.

Ihn freut insbesondere, dass das Schutzkonzept «einwandfrei funktioniert hat». Sämtliche Schutzmassnahmen wurden in seinen Augen perfekt umgesetzt: «Es gab auch überhaupt keine Probleme mit dem Publikum. Man spürte, dass sich die Leute einfach freuen, dass wieder etwas stattfindet und wieder gespielt wird – auch in der etwas abgeänderten Version kam das Turnier sehr gut an bei den Zuschauern.» Bleiker spricht von einem «super Zuschaueraufmarsch unter diesen Wetterbedingungen».

Die Sonne zeigte sich nur sehr selten während der vier Turniertage. «Nicht so toll», sagt Michi Bleiker, angesprochen auf das triste Wetter in den vergangenen Tagen. «Im Hochsommer Ende Juli erwartet man eigentlich schon Topwetter», fügt er hinzu, relativiert aber sogleich: «Der Donnerstag war gut, der Samstag bis um 20 Uhr ebenfalls. Und weil der Sonntag auch noch lange einigermassen trocken blieb, hatten wir immerhin während 60, 70 Prozent des Turniers keinen Regen.»

In der Mitte die strahlenden Sieger aus Neuseeland und Deutschland.

In der Mitte die strahlenden Sieger aus Neuseeland und Deutschland.

Paul Good

Auch aus sportlicher Sicht fällt das Fazit des Turnierdirektors positiv aus. «Für das Publikum ist es lässig, wenn es viele Duelle Schweiz gegen Ausland gibt», sagt er. Bei den Frauen erreichten am Ende sogar beide ausländischen Duos – Bieneck/Schneider aus Deutschland und Plesiutschnig/Schützenhöfer aus Österreich – den Final. Und bei den Männern sicherten sich die Neuseeländer Sam und Ben O’Dea den Turniersieg. «Die internationalen Teams haben das gebracht, was wir von ihnen erwarteten: ein hohes Niveau und packende Duelle Schweiz gegen Ausland», so Bleiker.

Für den 39-Jährigen und sein Team begannen am Sonntag nach dem Finalspiel der Frauen ab 17 Uhr sogleich die Abbauarbeiten. Die dauern je nach Wetter anderthalb bis zwei Tage. «Montagabend, spätestens Dienstagmittag sind wir fertig», blickt Bleiker voraus. Der Sand bleibt im Kanton, wird für ein neues Beachvolleyballfeld gebraucht. Er ist begehrt, schon jetzt gibt es Anfragen für das nächste Jahr.

Rund 50 Leute stehen beim Abbau im Einsatz. Wobei es Lieferanten gibt, wie etwa für Licht und Ton, die mit eigenen Arbeitern vor Ort sind und das Equipment für die Turniere zur Verfügung stellen. Der Grossteil des Tour-Materials wird nun kurz zwischengelagert. Dann geht es für den Tross, «ähnlich wie bei einem Zirkus», so Bleiker, weiter nach Genf, wo vom 12. bis 15. August der fünfte von sieben Beachtour-Events ansteht.

Der Turniersieg geht nach Deutschland und Neuseeland

Der Final der Frauen fand ohne Schweizer Beteiligung statt. Das besser eingestufte deutsche Duo Bieneck/Schneider traf auf die Österreicherinnen Plesiutschnig/Schützenhöfer. Und die Deutschen, die im Halbfinal das an Nummer 1 gesetzte Schweizer Duo Zoé Vergé-Dépré und Esmée Böbner in zwei Sätzen bezwungen hatten, wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Victoria Bieneck und Isabel Schneider gewannen den Final in zwei Sätzen mit 21:12 und 21:16. Den dritten Platz sicherten sich Vergé-Dépré und Böbner mit einem Sieg nach Tiebreak gegen Menia Bentele und Shana Zobrist.

Im Final der Frauen siegte das deutsche Duo Bieneck/Schneider gegen Plesiutschnig/Schützenhöfer aus Österreich.

Im Final der Frauen siegte das deutsche Duo Bieneck/Schneider gegen Plesiutschnig/Schützenhöfer aus Österreich.

Paul Good

Der Final zwischen den neuseeländischen Brüdern Sam und Ben O’Dea und den Schweizern Jonathan Zürcher und Immanuel Jordan entwickelte sich zu einem spannenden Achterbahnspiel mit spektakulären, langen und hart umkämpften Ballwechseln. Den ersten Satz gewannen die Neuseeländer, die das erste Duell der beiden Teams in der zweiten Runde des Turniers verloren hatten und sich über das Verlierertableau in die Halb­finals spielten. Nach dem 18:21 aus ihrer Sicht bestimmten die Schweizer im zweiten Satz das Geschehen auf dem Court klar und setzten sich gleich mit 21:9 durch. 20:18 hatte das Tiebreak in der zweiten Runde zugunsten der Schweizer geendet, im Final behielten die Neuseeländer im entscheidenden dritten Satz die Oberhand – 15:9 und Sieg im vierten Turnier der Beachtour 2021 für die Gebrüder O’Dea. Das Podest wurde komplettiert von Quentin Métral und Yves Haussener, die den dritten Platz kampflos erhielten, da sich Simon Hagenbuch, Partner von Leo Dillier, verletzte.

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