Radsport
Bald wieder echte Schweizerin: Doris Schweizer wechselt ihr Team

Nach der anstehenden WM wechselt die Hägendörferin zurück zu einem Schweizer Team. Nach ihrem dreijährigen Abstecher in Teams aus Italien will Schweizer in einem Schweizer Team eine gefestigte Rolle übernehmen.

Michael Schenk
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An der WM kann Doris Schweizer auf Schweizer Schützenhilfe bauen.

An der WM kann Doris Schweizer auf Schweizer Schützenhilfe bauen.

NCH

Nach drei Profijahren im hinsichtlich Frauenradsport bisweilen leicht chaotisch organisierten Italien bei Fassa Bortolo und Astana BePink wird Doris Schweizer nächste Saison wieder für ein Schweizer Team unterwegs sein. Man spürt es – die Hägendörferin hat die Schnauze gestrichen voll, für andere den Buckel krumm zu machen. Will heissen, sich vornehmlich und überwiegend als Helferin abzustrampeln.

Das soll sich in Zukunft freilich ändern – «ich werde wieder für ein Schweizer Team fahren», sagt sie. Naheliegend dürfte ein Wechsel zum Bigla Cycling Team sein, selbst wenn das noch niemand so bestätigen mag. Nach vierjährigem Unterbruch fährt die vom früheren Swiss-Cycling-Präsidenten Fritz Bösch finanzierte Equipe seit 2014 wieder im UCI-Profizirkus mit. «Wir werden in den nächsten Tagen informieren», sagt Doris Schweizer. Aber sie habe ein gutes Angebot, das ihr auch eine Rolle einräumen werde, in der andere auch mal für sie fahren würden. Die wenig befriedigende Domestiken-Zeit dürfte also bald vorbei sein.

Fokus auf WM-Strassenrennen

Vorerst aber steht für die Schweizer Meisterin des Vorjahres die Weltmeisterschaft im spanischen Ponferrada an. Und da liegt der Fokus speziell auf dem Strassenrennen vom nächsten Samstag. «Mal sehen, was dabei rauskommt, wenn ich nicht für andere fahren muss», blickt die 25-Jährige dem Saisonhöhepunkt entgegen. «An einem guten Tag, wer weiss ...», sagt sie.

Eine Klassierung unter den Top 10 wäre ein Erfolg», hält Schweizer fest. Ihre rangmässige WM-Bestmarke stammt aus dem Vorjahr mit Rang 35. Dies zu toppen, ist natürlich das absolute Minimalziel. Was ihre Form anbelangt, fühlt sich Schweizer «tiptop. Ich bin zufrieden und bin positiv eingestellt.» Zuletzt klassierte sie sich an der Tour D’Ardèche auf dem 7. Gesamtrang. Vorher an der Tour de Bretagne reichte es gar für Platz 3. «Ich hoffe, dass die WM-Strecke anspruchsvoll ist und möglichst viele Steigungen hat», sagt Schweizer. «Obsi» ist ihr definitiv lieber als «nidsi».

Noch etwas zu beweisen

Mit einem Exploit in Form einer Medaille rechnet die Solothurnerin nicht. «Dazu sind wir wohl als Team gegenüber den Grossen zu wenig konkurrenzfähig.» Die Schweiz mit Schweizer wird in der Region Kastilien-Léon mit fünf Fahrerinnen antreten. «Andere Teams wie Italien schicken sieben bis neun starke Konkurrentinnen ins Rennen.» Das eröffne natürlich auch ganz andere taktischen Möglichkeiten, so Schweizer.

An der Schweizer Meisterschaft dieses Jahr reichte es der Profi-Fahrerin heuer «nur» zu Rang drei. Die Favoritin und Titelverteidigerin musste sich in Roggliswil im Sprint Mirjam Gysling sowie Lina Indergand geschlagen geben. Von da her pedalt bei Schweizer an der WM sicherlich auch noch eine gewisse Rehabilitations-Motivation mit. Los geht es für die ambitionierte Athletin an den Welttitelkämpfen nahe der Grenze zu Galizien schon morgen Sonntag mit dem Mannschaftszeitfahren. Am Dienstag folg dann das Einzelzeitfahren.