Nach Schlägerei
Aussprache im «Fall Bellach» fand nicht statt - nicht alle Beteiligten kamen

Am Donnerstag hätte es beim FC Bellach zur Aussprache der an der Schlägerei im Trainingslager auf Gran Canaria beteiligten Personen kommen sollen. Weil nicht alle Beteiligten auftauchten, kam es nicht dazu. Es wurde lediglich das Team informiert.

Dean Fuss
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Tatort: Der Treppenaufgang zur Disco China White auf Gran Canaria

Tatort: Der Treppenaufgang zur Disco China White auf Gran Canaria

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Am Donnerstagabend informierten die Klub-Verantwortlichen beim FC Bellach die erste Mannschaft über den Vorfall vom Trainingslager in Gran Canaria und den aktuellen Wissensstand des Klubs.

«Die geplante Aussprache hat hingegen nicht stattgefunden, da nicht alle Beteiligten der Einladung folgten», sagt das Präsidiumsmitglied Tobias Gunzinger auf Anfrage der «Solothurner Zeitung». Weil er nicht im Trainingslager mit dabei war und gemäss Klub unbefangen ist, leitet er die unabhängige Untersuchungskommission die der FC Bellach nach dem Vorfall gebildet hat. Wer nicht zur Aussprache aufgetaucht ist, wollte Gunzinger nicht bekannt geben.

Aussage gegen Aussage im «Fall Bellach»

Spieler Christian* behauptet, von einem der drei Präsidenten und dessen Söhnen im Ausgang des ersten Abends im Trainingslager auf Gran Canaria vor der Disco China White verprügelt worden zu sein. Dabei soll ihm auch das Handgelenk gebrochen worden sein. In der Folge war er zusammen mit zwei Teamkollegen bereits am zweiten Tag des Trainingslagers abgereist.

Die von Christian Beschuldigten behaupten derweil, dass das vermeintliche Opfer ihren Vater nach einem Rencontre die Treppe vor der Disco hinuntergestossen hätte. Deshalb seien sie in der Folge auf Christian losgegangen.

Weil dem Verein schriftliche Zeugenaussagen vorliegen, die sich in der Darstellung des Vorfalls teilweise widersprechen, wurden alle Beteiligten vorläufig suspendiert. Der von Christian beschuldigte Präsident trat indes bereits am Montag bis auf Weiteres von seinen Ämtern zurück.

Mehrere Anzeigen eingereicht

Mittlerweile seien mehrere Anzeigen bei der Solothurner Polizei erstattet worden, wie Tobias Gunzinger mitteilt. Es ist davon auszugehen, dass nun beide Seiten ihre Sicht des Vorfalls mit einer Anzeige unterstrichen haben.

«Die Stimmung im Team ist natürlich bedrückt», so Gunzinger. Trotzdem versuche man sich im Klub nun wieder auf den Fussball zu konzentrieren. Die Frage, was genau auf Gran Canaria geschehen ist, müssen wohl so oder so die Behörden klären.

* Namen geändert