Mountainbike
Aussenseitersieg: Pascal Meyer überrascht am Argovia Cup die Favoriten

Meyer hat bereits in der ersten Runde alle seine Konkurrenten hinter sich gelassen. Einholen liess er sich auch von den Topcracks Lukas Flückiger und Ralph Näf nicht – obwohl er sich bei der Anzahl Runden verrechnet hatte.

Michael Forster
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Da waren sie noch alle beisammen: Das grosse Elitefeld biegt am Ende der Startgeraden in Richtung Aufstieg ab.

Da waren sie noch alle beisammen: Das grosse Elitefeld biegt am Ende der Startgeraden in Richtung Aufstieg ab.

HR.Aeschbacher

Wenn an einem regionalen Rennen, wie es der Lauf zum Argovia Cup in Lostorf ist, ein gewisser Lukas Flückiger am Start steht, dann müsste der Sieg eigentlich über den aktuellen Weltranglisten-Dritten führen.

Doch der Start des 29-jährigen Leimiswilers stand unter ganz speziellen Vorzeichen. Er entschied sich erst um 11 Uhr definitiv für eine Teilnahme und machte damit den ohnehin bereits sehr zufriedenen Verantwortlichen Stefan Spielmann noch glücklicher.

«Ich hatte die Wahl zwischen einem Intervall-Training im Jura und der Möglichkeit, mit anderen Leidensgenossen zu fahren», so Flückiger, der jeweils im ersten happigen Aufstieg seinen Rhythmus durchzog, um dann wieder merklich Tempo rauszunehmen.

Dass es unter diesen Umständen trotzdem zu Rang drei reichte, unterstreicht die Klasse des amtierenden Vize-Weltmeisters.

Mit dem Entscheid, doch noch ins Niederamt zu reisen, war Flückiger mehr als zufrieden: «Die Strecke ist fantastisch, mit einem harten Aufstieg, aber genialen Passagen im hinteren Teil der Strecke.» Zwar seien ein paar Abschnitte etwas nass und damit rutschig gewesen, «doch das Ganze war super zu fahren.»

Noch schneller als Lukas Flückiger bewältigte BMC-Teamkollege Ralph Näf die neun Runden. Er galt im Vorfeld als einer der Favoriten, obwohl er sein erstes Rennen seit dem Trainingsunfall im Frühling absolvierte.

«Ich konnte hier meinen Rhythmus fahren», war er mehr als zufrieden mit Rang zwei, doch um ganz nach vorne zu kommen, war der Aufstieg nach Start und Ziel noch zu hart für ihn. «Ich kam zwar immer wieder etwas heran, doch er war am Ende ganz einfach der Stärkere.»

Er, das war Überraschungssieger Pascal Meyer. Bereits in der ersten Runde setzte sich Meyer zusammen mit dem ersten Eliminator-Weltmeister der Geschichte ab, ehe er, bereits nach dem ersten Renndrittel, in besagtem Aufstieg eine Vorentscheidung herbeiführen konnte.

Einmal in Front, liess er sich den Tagessieg und wertvolle Weltcup-Punkte nicht mehr nehmen. «In den letzten Runden kann ich mich jeweils extrem quälen», so Meyer, «wenn es dann um den Sieg oder eine Medaille geht, bin ich fast unschlagbar.»

Dabei hätte ihm ein Rechenfehler beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. So glaubte er sich vier Runden vor Schluss bereits eine Runde weiter, doch trotz körperlicher Beschwerden wie Krampferscheinungen konnte er die Kraft optimal einteilen und den Sieg schliesslich nach Hause fahren.

Lokalmatador Severin Sägesser erreichte den ansprechenden 15. Schlussrang bei 26 Fahrern, die das Rennen in Lostorf beendet haben. Er war der letzte Fahrer, der sich der Überrundung durch Sieger Meyer entziehen konnte.

Damit (zumindest) die Hauptkategorien am frühen Nachmittag die ganze Strecke befahren konnten, war ein Sondereffort der Verantwortlichen notwendig. Bereist am Samstagabend und den ganzen Sonntagmorgen über brachten sie die Strecke, die unter den starken Regenfällen am Samstag gelitten hatte, in einen rennfähigen Zustand.