Radsport
Aus dem Bus in die US-Zeitschrift

Am Sonntag startet die Lommiswilerin Nathalie Schneitter an der Heim-EM in Bern. Wie immer kann sie dabei auf die Unterstützung ihres von Bruno Huber orchestrierten Fanclubs zählen. Der Solothurner begleitet die Mountainbikerin seit gut acht Jahren.

Fabio Baranzini
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Auch an der EM in Bern als Fan mit dabei: Präsident Bruno Huber. Sz

Auch an der EM in Bern als Fan mit dabei: Präsident Bruno Huber. Sz

An den Rennen sind sie nur schwer zu überhören. Rätschen, Alphörner und Kuhglocken gehören zu ihrem Standardrepertoire. Nicht nur akustisch machen sie auf sich aufmerksam, auch optisch erkennt man sie sofort.

Sie tragen rote T-Shirts mit Schweizer Kreuz und der Aufschrift «Hopp Nathalie». Sie, das sind die Mitglieder des Fanclubs von Mountainbikerin Nathalie Schneitter. Ihr Fanclub ist einzigartig in der Szene. «Wir sind an den Rennen so laut, dass sogar eine amerikanische Fachzeitschrift über uns berichtet hat», sagt Fanclubpräsident Bruno Huber stolz.

Der Solothurner ist Gründungsmitglied des Clubs. Dieser wurde 2008 in einem Bus ins Leben gerufen. Damals befanden sich 47 Personen auf der Rückreise von St.Wendel (De), wo Schneitter den U23-EM-Titel gewonnen hatte.

Euphorisiert vom Sieg der Lommiswilerin fassten sie den Entschluss, ihr Idol in Zukunft als offizieller Fanclub zu unterstützen. Heute ist dieser mit knapp 300 Mitgliedern einer der grössten der Szene und so kann Schneitter an jedem Rennen auf lautstarke Unterstützung zählen.

Auch morgen, wenn die 27-Jährige an der EM in Bern startet. Obwohl es ein Saison-Highlight für Schneitter und ihre Fans ist, können diese nicht wie gewünscht für Stimmung sorgen.

«Normalerweise reisen wir in einem Bus an und stellen am Rennort ein Zelt auf, das uns als Basis dient. Am Gurten können wir das nicht. Es hat keinen Platz dafür», sagt Huber. Trotzdem hat der 76-Jährige alle Fans aufgefordert, individuell nach Bern zu reisen.

Wie viele kommen werden, weiss er nicht. Auch wenn die Fans Nathalie Schneitter morgen nicht in gewünschtem Mass unterstützen können, hoffen sie auf ein gutes Resultat. «Ein Platz in der Nähe der Top Ten wäre super», so Huber.

Der sportbegeisterte Solothurner kennt und unterstützt Schneitter seit gut acht Jahren. Doch das ist längst nicht das einzige Engagement des Mountainbikers. Seit 22 Jahren organisiert er «Das andere Lager», ein Sportcamp für behinderte und nicht behinderte Jugendliche.

Zudem stellt er beim Gigathlon jeweils das Team Solothurn zusammen, hat bei Schwingfesten und Laufanlässen mitgewirkt und war zwölf Jahre in der kantonalen Sportkommission.

Im April wurde Huber mit dem Sportverdienstpreis des Kantons Solothurn ausgezeichnet. Die 4000 Franken, die er dafür erhielt, hat er bereits wieder ausgegeben. Wofür? Die Antwort verwundert kaum: «Für ein Nachwuchsprojekt der Sporthilfe und für einige regionale Sporttalente.»