Volleyball
Aufsteiger Olten beklagt fehlende Erfahrung bei den Big-Points

Der Aufsteiger SV Olten hält in seiner ersten NLB-Saison bisher ganz gut mit. Trotzdem liegt man auf dem letzten Tabellenplatz.

Raphael Wermelinger
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SVO-Trainer André-Pierre Schmidt.

SVO-Trainer André-Pierre Schmidt.

BRUNO KISSLING /CH0041 79 603 70

In der ersten NLB-Saison der Klubgeschichte liegt der SV Olten nach der Vorrunde zwar auf dem letzten Tabellenrang, doch punktemässig schaut es gar nicht so schlecht aus für das Team von Trainer André-Pierre Schmidt. Mit den beiden Siegen gegen Servette und Chênois sowie einer 2:3-Niederlage in Münchenbuchsee verbuchten die Oltner in den ersten sieben Partien sieben Zähler auf ihr Konto.

«Von der Platzierung her stehen wir natürlich nicht dort, wo wir gehofft haben», bilanziert Schmidt, «mehr ist aber nicht drin gelegen. Dass wir unter den letzten vier Mannschaften klassiert sind, hat schon seine Richtigkeit.»

Es fehlt die Routine

Die Tabelle der NLB-Ostgruppe wird, wie schon vor der Saison zu erwarten war, von den beiden Favoriten Oberdiessbach und Uni Bern angeführt. Es folgen Lausanne und Münchenbuchsee mit je elf Zählern, Chênois mit neun und auf den Rängen sechs bis acht Servette, Colombier sowie Olten mit je sieben. Sechs Teams sind also punktemässig noch sehr nahe beieinander, dennoch sieht SVO-Coach Schmidt die Kräfteverhältnisse klar verteilt: «Die vorderen vier Teams bewegen sich auf einem höheren Niveau. Dies sind alles traditionelle Nationalliga-Vereine mit einer geballten Ladung an Erfahrung.» Genau diese fehlt der Oltner Equipe.

Der Grossteil der Mannschaft hat in der vorletzten Saison noch in der 2. Liga gespielt, nur zwei Spieler verfügen über Spielpraxis in der NLB. Die mangelnde Routine machte sich bisher laut Schmidt vor allem bei den wichtigen Punkten bemerkbar. «Wir konnten häufig bis zum 18., 19. Punkt mit den Gegnern mithalten, doch dann stieg jeweils die Fehlerquote, und der Gegner hat den Sack zugemacht», erläutert der 50-Jährige. In Sachen individueller Stärke, Körpergrösse und Kondition sieht er seine Mannschaft auf NLB-Niveau. Woran es noch zu arbeiten gelte, sei das Kollektiv – das Team habe sich noch nicht hundertprozentig gefunden.

Weiter Boni sammeln

Dass der SVO das Saisonziel Ligaerhalt bereits in der Qualifikationsphase schafft, hält Schmidt für unrealistisch – dafür müssten sich die Dreitannenstädter in der zweiten Hälfte auf den vierten Tabellenrang vorarbeiten. Mit den möglichen Gegnern in der Abstiegsrunde, den schlechtesten vier Teams aus der Ostgruppe, beschäftigt sich Schmidt indes noch nicht. «Ehrlich gesagt, selbst die Tabelle unserer Gruppe schaue ich nur sehr selten an», lacht er. Der Grund dafür ist simpel: Die Oltner haben sich für ihre erste NLB-Saison weder punkte- noch rangmässig ein Ziel gesetzt: «Wir nehmen immer noch Match für Match. Jeder gewonnene Ballwechsel, jeder Satzgewinn und jeder Punkt in der Meisterschaft ist für uns ein Bonus.»

Obwohl es keine Vorgaben gibt, zeigt sich Schmidt kritisch in Bezug auf die Leistungen seiner Schützlinge: «Wir haben noch in keinem Match unser Maximum abgerufen, aber in jedem Spiel phasenweise gute Sachen gezeigt.» Überhaupt nicht gefallen haben ihm die letzten beiden Auftritte gegen Lausanne und Uni Bern: «Nicht von den Resultaten her, aber von der Art und Weise, wie wir verloren haben.» So will er sein Team am Samstag zum Start der Rückrunde gegen das Team aus Oberdiessbach, welchem die Oltner bei ihrer NLB-Premiere zum Saisonstart mit 0:3 unterlagen, wieder mehr kämpfen sehen.