Volleyball
Aufsteiger Grenchen verlangt Favorit Solothurn alles ab, verliert aber

Das langersehnte 1.-Liga-Derby bot eine Menge Spannung. Solothurn gewinnt am Ende glückhaft mit 3:2 gegen Grenchen. Der Aufsteiger erzielt dabei sogar mehr Punkte.

Hans Peter Schläfli
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Impressionen vom 1.-Liga-Volleyballderby Solothurn - Grenchen
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Wer erreicht den Ball, die Grenchnerin Amanda von Känel oder die Solothunrneinnen Romama Klaska und Lisa Maria Stüdeli?
Solothurns Die Solothurnerin Luana Jaggi nimmt einen Service an
Grenchens Trainer Philipp Cossi ist emotional
Die Grenchnerinnen Pascale von Roll und Amanda von Känel wollen den Ball. hinten beobachtet Trainer Philipp Cossi
Die Grenchnerin Jaqueline Kallen
Solothurns Libera Laura Chittaro bei der Serviceannahme

Impressionen vom 1.-Liga-Volleyballderby Solothurn - Grenchen

Hans Peter Schläfli

Im ersten Satz des Derbys sah alles nach einem Desaster für die Solothurnerinnen aus: Probleme bei der Annahme führten dazu, dass die routinierte Passeuse Romana Klaska die Bälle wie einen Fächer verteilte. Manchmal kamen diese hinter die Dreimeterlinie, manchmal zu nahe ans Netz. Grenchen war dagegen bereit, ging mühlelos 8:2 in Führung und gewann den Durchgang souverän (25:16).

Im zweiten Satz ging es zunächst im gleich Stil weiter, Grenchen ging mit 11:7 und 18:13 in Führung - es sah nach einem kurzen Prozess aus. Doch dann drehte Solothurn auf. «Die Anspannung war vor dem Derby zu gross», erklärte Solothurns Trainer Marco Chittaro den Durchhänger zu Beginn, «Grenchen servierte ausgezeichnet uns wir hatten Riesenprobleme. Aber ich wusste, dass sich die Nervosität legen wird.»

Nach zwei Satzbällen für Grenchen drehten die Solothurnerinnen diesen Satz tatsächlich (27:25). «Wenn wir einen dieser Satzbälle verwertet hätten, dann wäre vermutlich Solothurn geschlagen gewesen», kommentierte Grenchens Trainer Philipp Cossi diese Phase. Der dritte Satz verlief konträr: Grenchen gewann nach einem 11:16-Rückstand mit 25:22. Den vierten Satz dominierte wieder Solothurn, sodass es zum Tiebreak kam, das dann zum Spiegelbild des Derbys wurde. Grenchen ging rasch 4:0 in Führung, aber Solothurn gelang die Wende zum 15:13, was den 3:2-Sieg bedeutete.

«Wir möchten in der Gruppe der besten fünf mithalten», nannte Marco Chittaro nach dem glückhaften Sieg das Saisonziel der Solothurnerinnen. «Münsingen und Münchenbuchsee sind deutlich stärker und wollen aufsteigen, aber dahinter ist alles möglich. Man darf nicht nachlassen, sonst findet man sich im Abstiegskampf wieder.»

Dasselbe Ziel hatte ursprünglich Aufsteiger Grenchen definiert. Dieses wurde von Philipp Cossi nun revidiert: «Jetzt zählt jeder Punkt für den Ligaerhalt.» Das Problem sei die fehlende Konstanz. «Manchmal liegt es an den Annahmen, manchmal am Service, dann wieder an den Pässen - dabei könnten meine Spielerinnen eigentlich alles.»