«In der dreissigsten Minute habe ich ihm gesagt: ‹Noch drei Minuten, dann nehme ich dich raus›», sagt Gelterkinden-Trainer Mario Ritter nach dem 2:1-Sieg des Aufsteigers gegen den Tabellenführer Pajde. Die Rede ist von Lukas Burkhardt. Zum guten Glück hat sich der Trainer diese Entscheidung noch einmal überlegt – der 18-Jährige avancierte nämlich in der zweiten Halbzeit mit zwei Toren zum Matchwinner für seine Equipe. Burkhardt war aber in der ersten Hälfte nicht der einzige Gelterkinden-Spieler, den man hätte auswechseln können. Das Team um Captain Samuel Mollet agierte zu fehlerhaft und eröffnete so den Mehlemer Gästen gut Möglichkeiten zum Führungstreffer. Bereits nach acht Minuten vergab Pajdes Zvonimir Zivic eine Grosschance – er verzieht aus guter Position vor Torhüter Pascal Recher. In der 28. Minute war es dann so weit – Tor für NK Pajde. Einen schön getretenen Freistoss von Thomas Barca verwertet der völlig frei stehende Jeton Abazi per Kopf.

Kurze Zeit sprachlos

In der Folge drückten die Gäste weiter auf das Tempo. Zivic hätte dann kurz vor der Pause die Führung sogar noch erhöhen können. Nach einer Ballstafette, die praktisch nur durch Fehler in der heimischen Abwehr zustande kam, setzt er den Ball jedoch ins Aussennetz. In der zweiten Hälfte dann ein komplett neues Bild. Pajdes Spielertrainer Dejan Rakitic war nach der Partie kurze Zeit sprachlos. «Schwierig zu sagen, was das war. Das war wohl mit Abstand die schlechteste Halbzeit, die wir gespielt haben», meinte er zu den zweiten 45 Minuten seines Teams. Gründe dafür hat Rakitic aber schnell gefunden: «Da war fast schon ein wenig Arroganz aus zumachen. Wir waren zu locker, zu selbstsicher. Wir hatten mehr als genug Chancen, um zu gewinnen, aber wir konnten den Erfolg einfach nicht erzwingen.» In der umgekehrten Gefühlslage steckte Gelterkinden-Trainer Ritter, dessen Mannschaft zuerst eine schwache, dann eine bessere Halbzeit zeigte. «Wir konnten die individuellen Fehler auf ein Minimum beschränken, das war auch nötig. Das schnelle 1:1 hat uns dann das Selbstvertrauen zurückgegeben», erklärt er.

Wichtig für die Moral

Keine zwei Minuten waren gespielt, da glich Burkhardt für das Heimteam aus. Er konnte einen Querpass nach einer schönen Einzelleistung von Cristian Donatiello mit einem Schlenzer souverän verwerten. In der 65. Minute kam dann der Torschütze noch einmal frei zum Schuss – 2:1 für Gelterkinden. In der Folge warfen die Gäste alles nach vorne, was aber am Resultat nichts mehr änderte.

Der Mann des Spiels war aber nach der Partie nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung. «Zwei Tore in der zweiten Hälfte, das ist sicherlich sehr gut; meine erste Halbzeit allerdings war es nicht», meinte Burkhardt. «Wichtig sind nun aber die drei Punkte, die uns ganz sicher ein wenig Selbstvertrauen geben.»