2. Liga
Aufsteiger gegen Absteiger - Das Solothurner Derby steht vor der Tür

Der FC Biberist will im morgigen Solothurner Derby gegen den FC Wangen den nächsten Coup landen.

Raphael Wermelinger
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Wangens Nummer 9, Skender Zeqiri, hier im Spiel gegen den SC Schöftland, gehört zu den Sorgenkindern von Trainer Juan Castro.

Wangens Nummer 9, Skender Zeqiri, hier im Spiel gegen den SC Schöftland, gehört zu den Sorgenkindern von Trainer Juan Castro.

Remo Fröhlicher

Der Absteiger Wangen isst hartes Brot in der 2. Liga inter. Nach dem Auftaktsieg gegen Rothrist verlor Juan Castros Team zuletzt zweimal klar mit 0:3. Von einem Fehlstart will Castro trotzdem nicht sprechen. «Muri und Schöftland werden am Ende der Saison sicher ganz weit vorne sein in der Tabelle. Ihnen können wir mit unserer neuen Mannschaft momentan noch nicht Paroli bieten.»

Castro vermisst vor allem seinen Abwehrpatron Faton Hajdari, der verletzt war und erst nächste Woche das Training aufnehmen wird. Deshalb habe seine Mannschaft in den ersten drei Spielen ohne gelernten Innenverteidiger auskommen müssen, stellt Castro klar. Er hat auf die Engpässe in der Abwehr reagiert und Innenverteidiger Thomas Hubeli vom FC Dulliken geholt. «Ein erfahrener Spieler, der sehr viel Ruhe ausstrahlt», sagt er über den neuen Mann. Castro kann sich zudem über die baldige Rückkehr von Valdimiro Quinjica freuen. Angeschlagen ist dagegen weiterhin Angreifer Skender Zeqiri. «Diese erfahrenen Spieler, die Verantwortung übernehmen können, fehlen uns natürlich.»

Morgen Sonntag gastiert Wangen um 14 Uhr beim Aufsteiger Biberist zum Solothurner Derby. Als Vorbereitung auf das Spiel gegen den Solothurner Meister 2017 erteilte Castro seinen jungen Spielern eine Geschichtslektion: «Ich wollte ihnen aufzeigen, dass der FC Wangen wegen seiner Vergangenheit der Gejagte ist in dieser Liga, auch wenn wir in der Tabelle nicht vorne dabei sind. Jeder will unbedingt gegen uns gewinnen.» Er erwarte mit Biberist einen Gegner, der «sehr gut aufgestellt ist und Ordnung hat auf dem Platz». Der FC Wangen werde offensiv auftreten und auf Sieg spielen, verspricht er.

Nicht wieder ein 0:7

Vor zwei Wochen gastierte mit dem FC Muri bereits ein Absteiger aus der 1. Liga auf dem Sportplatz Giriz in Biberist. Trainer Vincenzo Salerno blickt ungern zurück, setzte es für seine Equipe doch gleich eine 0:7-Klatsche ab. «Wir kassierten schon nach wenigen Minuten das 0:1 und leisteten uns in der Startviertelstunde zwei krasse individuelle Fehler. Das hat uns früh demoralisiert», kommentiert er die Niederlage. Umso erfreulicher für ihn war die Reaktion seiner Elf nur eine Woche später. Gegen das Team Aargau U21 fuhren die Biberister ihren ersten Sieg in der 2. Liga inter ein.

«Dass wir im Stadion Brügglifeld spielten, hat es noch spezieller gemacht für uns. Die Garderobe war so gross wie unsere Klubbeiz», meint Salerno.
Im ersten Meisterschaftsspiel holte Biberist bei den Blue Stars aus Zürich einen Punkt und hat somit nach drei Spielen vier Punkte auf dem Konto. «Das hätte uns kaum jemand zugetraut. Vor allem wenn man das schwierige Startprogramm berücksichtigt», sagt Salerno. «Der Saisonstart war grundsätzlich o. k. Abgesehen vom Muri-Spiel natürlich, aber sonst sind wir auf Kurs.»

Ob die Wasserämter auch gegen den zweiten Absteiger aus der 1. Liga untergehen könnten? «Ich hoffe es nicht», lautet Salernos vorsichtige Antwort. Der FC Wangen ist in seinen Augen ein ähnlich harter Brocken wie Muri. «Es wird ein schwieriges Spiel für uns. Wangen ist eigentlich ein 1.-Liga-Klub und hat dementsprechend Spieler geholt. Castro ist ein guter Trainer, der sich auskennt und vor allem auch uns sehr gut kennt.» Doch Biberist werde nach dem ersten Saisonsieg mit breiter Brust auftreten. Nach dem Debakel im ersten Heimspiel hätte sein Team zudem noch etwas gutzumachen. «Realistisch betrachtet wäre ein Punkt gegen Wangen wohl in Ordnung. Das würden wir wohl unterschreiben», wägt Salerno ab. «Wir werden aber definitiv nicht auf Unentschieden spielen, sondern versuchen, den nächsten Coup zu landen.»