Die Traktandenliste der ausserordentlichen Generalversammlung von Donnerstagabend beinhaltete einen wesentlichen Punkt: Die Wahl des neuen Vorstandes. Die Mitglieder schenkten unter Beifall der neuen Führung (siehe Box) ohne Gegenstimme das Vertrauen. Rolf Probst, Vertreter der Donatoren, zeigte sich erfreut, dass der FC wieder über einen vermeintlich, handlungsfähigen Vorstand verfügt. «Ich hoffe, dass die Schuldzuweisungen nun der Vergangenheit angehören und wir uns in der Öffentlichkeit nicht mehr lächerlich machen», so der Präsident des Club 200.

Ob Probsts Wünsche erhört werden, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen erst zeigen. Die Altlasten dürften den Klub bei aller Zuversicht noch eine Weile beschäftigen. Es bahnt sich ein Rechtstreit zwischen dem Verein und Paul Kocher an.

Der ehemalige Geschäftsführer wurde an der Versammlung seines Amtes enthoben und aus dem Verein ausgeschlossen. «Da Kocher nach wie vor im Besitz von relevanten Unterlagen ist, können wir unsere Arbeit aber nicht machen», sagt Finanzchef Rolf Janz. Kocher wurde deshalb ein Ultimatum gestellt, bis kommenden Montag sämtliches Material auszuhändigen. Ansonsten behalte man sich rechtliche Schritte vor.

Kocher prüft rechtliche Schritte

Kocher seinerseits hat eine andere Sicht der Dinge. In einem Schreiben an die Mitglieder streitet er dem neuen Vorstand die Legitimation ab. Er beruft sich Artikel 24 der FCG-Statuten. «Die ausserordentliche Generalversammlung von heute 21.08.2014 wurde nicht vom gewählten Vorstand des FC Grenchen einberufen.» Weiter: «Am 26. Juli hat ein selbst ernanntes Gremium unter der Leitung von Nadia Aubry die Macht an sich gerissen und führt die Geschäfte des FC Grenchen ohne Befugnis», lässt Kocher verlauten.

Der dreiköpfige Vorstand (Anm. der Red.: Paul Kocher, Alain Marie und Najib Mehli) prüfe nun ebenfalls rechtliche Schritte. Najib Mehli, der Trainer der ersten Mannschaft, war an der Versammlung anwesend. Er gab zu, vom Schreiben Kenntnis zu haben. «Ich habe es aber nicht unterschrieben.»

Soviel scheint auch nach dem Neustart klar: Die Vergangenheit dürfte den Verein noch eine Weile beschäftigen. «Auf diesen Schauplatz würden wir gerne verzichten», sagte Lilo Dellsperger. «Es wartet in den kommenden Wochen genügend Arbeit.»