Unihockey NLA

Auf nationaler Ebene unerreichbar: Wiler-Ersigen will sich mit den stärksten Vereinen der Welt messen

In der NLA hat der SV Wiler-Ersigen aktuell nur einen Gegner: die Grasshoppers. Die beiden Clubs dominieren die höchste Liga.

In der NLA hat der SV Wiler-Ersigen aktuell nur einen Gegner: die Grasshoppers. Die beiden Clubs dominieren die höchste Liga.

Nebst dem Schlussspurt in der NLA-Quali, der mit dem Duell gegen Floorball Köniz eingeläutet wird, wartet auf Rekordmeister Wiler-Ersigen ein Duell gegen «den besten Klub der Welt». Wenn der SVWE auf Classic Tampere aus Finnland trifft, ist dies für mehrere Spieler ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Morgen Sonntag startet der SV Wiler-Ersigen um 17 Uhr im Sportzentrum Zuchwil gegen Floorball Köniz ins neue Jahr. Das Derby ist zugleich die letzte Vorbereitung auf den Champions Cup im tschechischen Ostrava, welcher für den SVWE am 11. Januar mit dem Halbfinal gegen Titelverteidiger Classic Tampere aus Finnland beginnt. Trainer Thomas Berger ist optimistisch und will die grossartigen Erfolge der letzten Jahre weiterführen.

Mehr ist fast nicht möglich: Die goldene 12 auf der Brust der Spieler steht für zwölf Schweizer-Meister-Titel, welche der SV Wiler-Ersigen in seiner Klubgeschichte bereits gewonnen hat. Mehr als die Hälfte davon unter Thomas Bergers Regie, dem Trainer von 2003 bis 2011 und seit 2016.

«Es sind etwa acht oder neun Titel, ich habe tatsächlich aufgehört zu zählen», sagt dazu der Erfolgsgarant. Satt sei er noch lange nicht, die Motivation sei da: «Für mich zählt immer der nächste Titel, den wir erobern wollen. Die Zahl der bereits gewonnen Titel ist nicht mehr wichtig.»

Im Kreise der vier besten Klubs Europas

Zum Palmarès gehört auch der Europacup, welchen der SV Wiler-Ersigen im Jahr 2005 zum bislang einzigen Mal gewinnen konnte. Beim Champions Cup der vier besten Teams aus Europa bietet sich nun die Chance, diesen unglaublichen Erfolg zu wiederholen. Aber während der SV Wiler-Ersigen in der Schweizer NLA immer zu den Favoriten zählt, gelten auf der internationalen Ebene die finnischen und schwedischen Teams weiterhin als etwas stärker.

«Mit Tampere aus Finnland werden wir im Halbfinal gegen die derzeit mit Abstand beste Mannschaft der Welt antreten», analysiert Berger die Ausgangslage. «In einer Serie hätten wir gegen den Titelverteidiger Tampere vermutlich keine Chance. Aber es ist nur ein Spiel, und in einem einzigen Spiel ist im Unihockey alles möglich.»

Ein zweiter oder dritter Platz interessiere ihn trotz der starken Konkurrenz nicht. «Wer hinter dem Turniersieger liegt, ist eben nur der erste Verlierer und wird schnell vergessen», meint Berger. In seinen Augen zählen am Ende nur das Resultat und die Titel, die man erobert.

Langwierige Verletzungen bereiten ihm Sorgen

«Die Saison ist gut angelaufen», meint Thomas Berger vor dem Start in die zweite Phase, «ob sie erfolgreiche wird, muss sich noch zeigen.» Sorgen bereiten ihm momentan nur die langwierigen Verletzungen, wie zum Beispiel die von Deny Känzig, dem MVP der letzten Saison.

Er hat aufgehört, die Titel zu zählen: Thomas Berger war zwischen 2003 und 2011 Wiler-Ersigen-Trainer und ist es seit 2016 wieder.

Er hat aufgehört, die Titel zu zählen: Thomas Berger war zwischen 2003 und 2011 Wiler-Ersigen-Trainer und ist es seit 2016 wieder.

Ein Ziel sei es, die besten Spieler der U21 an die Spitze heranzuführen. «Aber es ist ein riesiger Schritt vom Nachwuchs in die Nationalliga A», erklärt Berger. «Wir nehmen den einen oder anderen aus der U21 zu uns ins Training und in den Qualifikationsspielen gibt es ebenfalls Gelegenheiten zu Einsätzen.» So erzielte etwa das U21-Talent Noah Siegenthaler im letzten Spiel vor der Weihnachtspause in Thun sein erstes NLA-Tor.

Was hält Berger vom derzeit hartnäckigsten Konkurrenten, den Grasshoppers, die in der Tabelle zwei Punkte hinter Leader Wiler-Ersigen liegen, aber noch ein Spiel in der Hinterhand haben? «Als Trainer hätte ich es natürlich am liebsten, wenn wir unbestritten Richtung Meistertitel marschieren könnten. Aber für den Sport ist es gut, wenn die Konkurrenz stark ist.»

Zwei Weltklassespieler aus dem Ausland

Eine Politik wie der FC Bayern München, also mit Transfers dem Gegner die stärksten Spieler abzuluchsen, betreibe man nicht. Wenn schon auswärtige Verstärkungen, dann gleich richtig: Der SV Wiler-Ersigen holt lieber Weltklassespieler aus dem Ausland, wie zum Beispiel den Verteidiger Krister Savonen und den Topstürmer Joonas Pysly aus Finnland.

Dank der ausgezeichneten Vernetzung in der Region findet man auch immer wieder ein Praktikum oder eine Teilzeitstelle, damit sich diese Unihockey-Cracks integrieren können und wohlfühlen – wie Captain Tatu Väänänen, der nun schon seit sieben Jahren für Wiler-Ersigen spielt. Gegen die früheren Kollegen von Tampere werden die drei SVWE-Finnen im Champions Cup sicher besonders motiviert sein.

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