Motorsport
Auf Hochtouren unterwegs: Rahel Frey hängt die Männer ab

Audi-Pilotin Rahel Frey weist die männliche Konkurrenz in die Schranken. Beim R8 LMS Cup in Asien belegt sie derzeit den 2. Platz und liebäugelt mit dem Titel.

Jonas Burch
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Rahel Frey fährt ganz vorne mit.

Rahel Frey fährt ganz vorne mit.

Audi Communications Motorsport

China, Deutschland, Japan, Schweden – wahrscheinlich legt Rahel Frey aus Aedermannsdorf während einer Saison ähnlich viele Flug- wie Rennmeilen zurück. «Tatsächlich kann ich die Tage, an denen ich zu Hause bin, fast an einer Hand abzählen», sagt die 28-Jährige mit einem Schmunzeln.

Das enorme Engagement in aller Welt kommt nicht von ungefähr – denn Frey ist gleich an drei Meisterschaften am Start: Den ADAC GT Masters, die vorwiegend in Deutschland stattfinden. Ebenso wie die Langstreckenrennen, die sechs Mal jährlich auf dem Nürburgring oder auch in Spa. Hinzu kommt, und da hegt die Solothurnerin die grössten Ambitionen, der Audi R8 LMS Cup.

Der Griff der nach Krone

Weil bei den anderen beiden Meisterschaften immer ein Audi-Kunde mit im Auto fährt, ist Frey in der Feinabstimmung entsprechend eingeschränkt. «Bei den Rennen in Europa teile ich mir das Auto mit einem oder mehreren Teamkollegen», sagt sie und ergänzt: «Da kannst du für die Autoabstimmung nicht nur auf deine Bedürfnisse eingehen, sondern ich gehe Kompromisse ein und berücksichtigen auch die Bedürfnisse meiner Teamkollegen um als Team eine solide Leistung abzuliefern.» Denn schliesslich promotet man die Marke und das Team, da zählt die gemeinsame Leistung.»

Doppelte Exotin

Deswegen findet Frey im Audi R8 LMS Cup, der ausschliesslich im asiatischen Raum stattfindet, eine weitere Herausforderung. Zum einen ist die gebürtige Niederbipperin die einzige Frau und einzige Nicht-Asiatin im Fahrerfeld. Eine doppelte Exotin sozusagen. Für Frey kein Problem. Nach vier von zehn Rennen liegt die ehemalige DTM-Pilotin auf dem 2. Rang hinter dem ex-Formel-1-Fahrer Alex Yoong. Erst Ende Juli hat Frey mit dem 2. Platz in Japan ihre derzeitige Top-Form unterstrichen. Was ihr jetzt noch fehlt, ist ein Sieg in ihrer zweiten Cup-Saison. «Ich war oft nahe dran. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich es noch ganz nach vorne schaffen werde. Auch in der Schlussrangliste der Meisterschaft.»

Ringen um einen Startplatz

Dass Frey weltweit die Marke Audi repräsentieren kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Nur auf eine Handvoll Fahrer greift Audi Sport customer racing, die Kundensportabteilung des deutschen Autoherstellers regelmässig zu – Interessenten auf einen solchen Platz gibt es Hunderte. «Es ist wirklich ein ständiger Kampf», sagt die Pilotin, die seit 2011 ihre Marke vertritt. «Es ist wichtig, dass das Gesamtpaket stimmt. Gute Leistungen auf der Strecke reichen nicht, wenn man sich abseits der Piste nicht vermarkten kann. Umgekehrt genau dasselbe.»

Um sich von der Sehen-und-gesehen-werden-Gesellschaft nicht einnehmen zu lassen, kommt Frey immer wieder gerne nach Hause ins beschauliche Aedermannsdorf. «Am Montag mache ich die Wäsche, treffe Freunde und Familie, mache Sport und lade meine Batterien wieder auf. Ich brauche dieses Bodenständige», sagt sie.

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