Ratlos, planlos, ideenlos: Es läuft die 35. Qualifikationspartie dieser Saison und der EHC Olten macht noch immer nicht den Anschein, als würde man über ein Rezept verfügen, wie man kreatives, gradliniges, ja überhaupt attraktives, erfolgreiches Eishockey spielen könnte.

Und so geht ein bedenklich planloser EHC Olten zum Auftakt des letzten Qualifikationsviertels gegen den HC Thurgau 1:4 unter – notabene gegen einen der potenziellen Playoffgegner!

Es stellt sich während der äusserst bescheidenen Vorstellung vor allem eine Frage: Hat diese Mannschaft überhaupt einen Plan? «Natürlich haben wir einen Plan – und der ist gewinnen», antwortete Trainer Bengt-Ake Gustafsson leicht pikiert und ergänzte: «Wir haben eine sehr gute Basis, auf der sich Tag für Tag aufbauen lässt. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass uns die heutigen Fehler in den Playoffs nicht mehr passieren werden», so Gustafsson, der nur zu gerne darauf hinwies, dass die Playoffs noch einige Wochen entfernt sind.

HCT-Braes im Alleingang

Dass man hinter verschlossenen Türen beim EHCO doch nicht ganz so ruhig vor sich hinarbeitet, zeigt die Tatsache, dass nach Spielende stolze 20 Minuten vergehen, bis sich die EHCO-Garderobentüre in Anwesenheit von Klubpräsident Marc Thommen und Geschäftsführer Peter Rötheli wieder öffnet. Man mag nur ahnen, welches Donnerwetter sich in der Kabine abgespielt haben dürfte.

«Es ging vor allem darum, dass wir solche Leistungen nicht akzeptieren dürfen und es so nicht weitergehen kann. Wir hatten uns viel vorgenommen und so wie wir gespielt haben, war da nichts von all dem», sagte ein enttäuschter Devin Muller, der selber unzählige Chancen ausliess. Doch wie findet der EHC Olten die langsam aber sicher erwünschte Playoffform? «Die Playoffs sind in rund einem Monat. Diese Wochen müssen wir nutzen und ‹chrampfe wie die Affen›, damit wir diese Form finden. Wir können jeden schlagen», sagte Devin Muller sichtlich frustriert.

Der EHC Olten gab gegen den aufstrebenden HC Thurgau, welcher in diesem Jahr auswärts bereits Rapperswil-Jona und Langenthal schlug, ein desaströses Bild von sich ab. Es dominierten leichtfertige Puckverluste und haarsträubende Fehlpässe. Hinzu kam, dass der
EHCO im eigenen Slot dem HC Thurgau zu viel Raum gewährte. Allen voran war es Thurgaus Kanadier Cameron Braes, der seinen hellen Spass daran fand und die Freiheiten genoss, in der Oltner Defensive rumzukurven. Das Resultat lag auf der Hand: Der HCT-Ausländer schoss die Dreitannenstädter praktisch im Alleingang ab. Erst reagierte er auf einen Abpraller am schnellsten (10.), daraufhin lenkte er die Scheibe zum spielentscheidenden 2:1 ab (50.). Und schliesslich vollendete er einen herrlichen Konter mit einer Portion Kaltblütigkeit (3:1, 54.).

Der EHC Olten, der wegen Buchers Rückenverletzung mit drei Verteidigerpaaren spielte, hatte seinerseits lediglich durch Jay McClements zwischenzeitlichem Powerplaytor zum 1:1 ein Feuer von kurzer Dauer entfacht.

Bedenklich war insofern auch, dass nach dem 1:2-Treffer zehn Minuten vor Schluss keinen Ruck durch die Mannschaft zu gehen schien und sich niemand wirklich gegen die Niederlage aufzustemmen versuchte. Selbst das längst überfällige Timeout von Gustafsson, in welchem man sich auf die grundlegenden Sachen fokussiert hätte, hatte keine Wirkung mehr. Und das wenige Tage vor den heissen Direktduellen gegen Visp (Freitag) und Langenthal (Sonntag).

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