Unzählige Boys auf der Welt träumen davon – einer von 1000, so eine Faustregel – schafft es effektiv. Der 16-jährige Recherswiler Robin Huser ist auf allerbestem Weg, sich seinen Traum vom Fussballprofi zu erfüllen. 14-jährig vom FC Solothurn an den Rhein transferiert und seit da mehrheitlich in einer von Sozialpädagogen gecoachten, Wohngemeinschaft lebend, hat Huser beim FC Basel seinen ersten Profivertrag unterzeichnet. Einen Kontrakt über drei Jahre, der quasi einem Lehrlingsvertrag entspricht. Vorgesehen ist, dass der talentierte Kicker sich in der nächsten Zeit via U21 des FCB (Promotion League) und Einsätzen mit der U17-Nationalmannschaft in die Super-League-Elf reinspielt. Während der Vorbereitung auf diese Saison kam Huser bereits regelmässig zum Einsatz bei den Grossen. Ja, letztlich zählte er mit 261 Einsatzminuten nach den sechs Vorbereitungspartien gar zur «Stammelf» – also jenen, die am meisten auf dem Rasen standen.

Tipps von Frei und Co.

«Eigentlich war ich schon auf dem Weg in die Ferien, als der Anruf kam, dass ich in der 1. Mannschaft mittrainieren kann», erzählt Huser. Entgegengekommen sei ihm sicherlich dabei «dass sechs Spieler aus der ersten Mannschaft an der WM engagiert waren.» Item: Aus dem einen Training wurde eben die gesamte Vorbereitung, und das bedarf zweifellos eines Leistungsnachweises besonderer Güte. FCB-Coach Paulo Sousa hält generell grosse Stücke auf den eigenen Nachwuchs und im Besonderen offenbar auf Robin Huser. Er will ihn darum künftig näher im Blickfeld wissen. «Robin hat in der Vorbereitung mit der 1. Mannschaft derart überzeugt, dass wir ihn jetzt bereits auf diese Saison ins Kader der U21 integrieren und damit näher an die 1. Mannschaft bringen», sagt FCB-Vizepräsident Adrian Knup.

Erfahrung im Trainingslager

Der junge Wasserämter war derlei einer von vier Jungen, die mit der Super-League-Equipe ins Trainingslager am Tegernsee mitdurften. Im letzten Testspiel liess Sousa seinen hochbegabten defensiven Mittelfeldspieler dann gar durchspielen. «Ich konnte enorm viel profitieren in der Zeit», blickt der Chelsea-Fan auf den Monat im «Eis» zurück. Den grössten Unterschied, zu dem Fussball, den er bis vor seinen ersten Einsätzen mit der 1. Mannschaft gekannt hatte, ortete Robin Huser noch punkto «Tempo und physischer Präsenz». Freilich ist der Neo-Profi schon mehr als ordentlich klargekommen damit. Mit Rat und Tat und Tipps zur Seite gestanden – neben wie auf dem Spielfeld – sind dem ehemaligen Subinger-Junior vorab Luca Zuffi und Fabian Frei. «Ich habe mich halt vor allem mit denen unterhalten, deren Sprache ich verstehe», lacht Huser. Der Trainingsbetrieb läuft beim FC Basel in Englisch.

Ordentliches Grundsalär

«Seit er stehen konnte, hatte er eigentlich immer einen Ball am Fuss», erzählt Vater Erwin Huser. Und seit er 2002 erstmals Panini-Bildchen sammelte, sei sein Berufsziel eindeutig gewesen: Fussballprofi. Das bestätigt auch sein ehemaliger Lehrer. Im Fall von Robin Huser scheint sich der Traum zu erfüllen. Heute kümmern sich die Eltern, der Vater kickte selbst einst für den FC und Wacker Grenchen, ums Rundherum-Wohl und die wichtige «Bodenhaftung» ihres Sohnes. An wenig seriösen Kontakten via Facebook mangelt es einem jungen Fussball-Talent schliesslich nicht. «Nein», sagt Vater Erwin, «da kommt schon allerhand auf einen zu.» Mit Franco Moretti von IFM Winterthur (International Football Management GmbH), der beste Kontakte zum FC Basel pflegt, scheint man zudem den richtigen Berater gefunden zu haben. Geld freilich spielt im Moment im Fall von Robin Huser noch keine grosse Rolle. Der Dreijahresvertrag sieht ein ordentliches Grundsalär vor, das je nach Einsatz in der entsprechenden Liga mit mehr oder weniger Prämien aufgewertet wird. «Es ist ein Vertrag, der punkto Gehalt einem überdurchschnittlichen Lehrlingsvertrag entspricht», sagt der Vater.