Fussball
Auf dem Rasen kann der FC Grenchen überzeugen

Der FC Grenchen erreicht in der 1. Liga trotz der Turbulenzen im Verein beim FC Concordia Basel eine Nullnummer.

Georges Küng
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Grosser Einsatz

Grosser Einsatz

Marcel Bieri

Die Frage, ob der FC Grenchen nun einen Punkt gewonnen oder doch eher zwei Zähler verloren hatte, liess FCG-Trainer Najib Melhli einen kurzen Moment überlegen. „Ich glaube, das Endresultat reflektiert sehr treffend die aktuelle Verfassung der beiden Teams. Beide bemühten sich um etwas Zählbares, doch zuletzt blieb es beim Anfangsresultat“, so Melhli. Und man wusste nicht, ob dies philosophisch oder ein wenig zynisch gemeint war.

Grenchen tat mehr fürs Spiel

Tatsache ist aber, dass „Congeli“ gegen Grenchen keine Partie war, welche die wenigen Zuschauer im Stadion Rankhof von den Sitzen gerissen hätte. Den Gästen ist aber zu bescheinigen, dass sie mehr für das Spiel taten. Die Solothurner hatten mehr Ballbesitz und erspielten sich, zumindest zwischen der 46. und 60. Minute, doch einige vielversprechende Offensivaktionen.

Doch zuerst scheiterte Kliment Nastoski, der auffälligste Akteur auf dem Feld, nach einem feinen Durchspiel an Concordia-Keeper Florian Stocker (48.), danach fuhr ein wuchtiger Schuss von Korab Januzi knapp über die Latte (51.). Und die letzte gefährliche Aktion hatte erneut Nastoski, der einen 22-Meter-Freistoss in der 89. Minute knapp über das Gehäuse setzte. Allerdings wäre Stocker wohl zur Stelle gewesen.

Selbstvertrauen muss noch besser werden

„Die 0:8-Auftaktnieder in Luzern ist noch nicht ganz verarbeitet. Bei einigen meiner Spieler ist das Selbstvertrauen, verständlicherweise, noch sehr gering. Aber wir haben sowohl gegen den Gruppenfavoriten Black Stars wie jetzt hier in Basel gezeigt, dass die Mannschaft gewillt ist, hart an sich zu arbeiten. Und wir haben Spieler, die offensiv reüssieren können“, so Melhli auf die Frage, ob ihn die „Tor-Impotenz“ nicht Sorgen bereite.

Der Platzklub kam während der ganzen Spielzeit zu keiner Torchance. Ob dies mit dem soliden Abwehrverbund der Grenchner oder dem de facto nicht existierenden Offensivpotenzial von Concordia zusammenhängt, sei mal dahingestellt. Dennoch spürte man beim FCG, dass die Equipe in den letzten zehn Minuten Angst hatte, den Vergleich nach einer Basler Einzelaktion noch zu verlieren.

Namentlich Hasan Ates und Jeton Abazi wirbelten auf den Aussenbahnen und kamen im Strafraum zweimal – allerdings sehr gesucht – zu Fall. Dies war Grund genug, um den Blutdruck von Concordia-Trainer Peter Schädler in die Höhe zu treiben. Seine Gestik und die Schimpftiraden in Richtung Ref, welcher in der Endphase die Kontrolle über die zähflüssige Partie zu verlieren drohte, waren das Aufregendste, was der FC Concordia am Samstagnachmittag zu bieten hatte...

FC Concordia Basel – FC Grenchen 0:0

Stadion Rankhof. – 115 Zuschauer. – SR: Morais.

Concordia: Stocker; Bunjaku, Gygax, Mbani Madzou (70. Arslanfer), Amougou; Heuss, Rahmen (46. Kassam); Abazi, Thüring, Ates, Koc.

Grenchen: Daniele Persichini; Armin Ibraimi, Eliassi, Belchev, Bamele; Sadriji, Nastoski, Januzai (82. Bala), Ndo Ze (84. Adem Mulaj); Safari; Doua.

Bemerkungen : Concordia ohne De Colle, Guye, Gomes, Kaba, Kottmann, Kurt und Lucchi (alle abwesend). – Grenchen ohne Nimzil und Luca Persechini (beide gesperrt) sowie Alban Mulaj (verletzt). – Verwarnungen: 27. Nastoski (Unsportlichkeit), 53. Heuss (Foul), 57. Sadriji (Reklamieren), 74. Abazi (Unsportlichkeit) und 82. Kassam (Foul). – Eckbälle: 2:4 (2:2)

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