Radsport

Auch mit neuem Namen verändern sich die Ziele nicht

Das Team Maca Loca-Scott heisst neu Roth-Fent. Der Name ändert zwar, aber die Strukturen des Solothurner Elite-Amateur-Teams bleiben. Roth-Fent ist eine Ausbildungsmannschaft und will jungen Talenten den Weg zu den Profi-Teams ebnen.

Anlässlich der Teampräsentation der Elite-Amateur-Mannschaft Roth-Fent hat Roberto Marchetti eine illustre Podiumsrunde eingeladen, die von SRF-Radsportkommentator Claude Jaggi moderiert wurde.

Thema: Der Nachwuchs und die finanziellen, respektive strukturellen Probleme im Schweizer Radsport. Es wurde über fehlende Startmöglichkeiten diskutiert, über zu wenige Teams und über die Schwierigkeiten, den Nachwuchs frühzeitig und gezielt zu fördern.

Es sind Probleme, mit denen sich auch Roberto Marchetti, der gemeinsam mit René Stüssi die sportliche Leitung der Mannschaft Roth-Fent inne hat, täglich konfrontiert wird.

Das Team Roth-Fent ist eine von nur vier Elite-Amateur-Mannschaften in der ganzen Schweiz. Damit die Fahrer, die pro Saison rund 60 Renntage bestreiten, genügend Wettkämpfe fahren können, stehen viele Reisen ins Ausland auf dem Programm. Das ist teuer. 700 000 Franken verschlingt das Team jährlich. «Und diese Summe reicht nur, damit wir Ende Jahr genau auf Null rauskommen», fügt Marchetti an.

Traum: Continental-Team

Doch diese Tatsache hindert den umtriebigen Radsportliebhaber, der bereits 1982 sein erstes Team geführt hat, nicht daran, die Ziele hoch zu setzen. Wenn möglich will er mit seiner Equipe bereits in der kommenden Saison eine Stufe nach oben klettern und ein Continental-Team stellen. «Sportlich ist das sicher machbar. Wir müssen uns bereits jetzt vor den Continental-Teams nicht verstecken , aber wir brauchen halt noch mehr Sponsoren», so Marchetti.

Der neue Hauptsponsor, die in Gerlafingen beheimatete Firma Roth (Brandschutz, Malerei und Isolation) reicht dafür nicht aus. Doch bevor sich Roberto Marchetti mit dem nächsten Jahr und seinem Traum von einem Continental-Team befasst, steht erst einmal die aktuelle Saison vor der Tür. Und da hat das Team Roth-Fent einiges vor.

Schaufenster nutzen

Im April stehen mit den Nachwuchsrennen Lüttich-Bastogne-Lüttich, dem Giro del Belvedere und dem Paglio del Reciotto gleich drei grosse Eintagesrennen auf dem Programm. «Diese Rennen sind das Schaufenster des Jahrhunderts für meine Fahrer. Wenn sie da gut abschneiden, können sie auf die Verpflichtung in einem Profiteam hoffen», sagt Marchetti. Genau darin besteht auch das Ziel der Wasserämter Radsportequipe. Roth-Fent versteht sich als Ausbildungsmannschaft, die junge Fahrer auf den Sprung zu den Profis vorbereitet. Das hat in den ersten beiden Jahren gut geklappt. So ist beispielsweise Sebastien Reichenbach, der vor zwei Jahren in Marchettis Team gefahren war, beim Schweizer ProTour-Team IAM untergekommen. Auch in diesem Jahr könnte dies dem einen oder anderen Fahrer gelingen – vielleicht den drei Teamleadern Simon Pellaud, Colin Stüssi und Christian Andres.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1