Eishockey NLB
Auch Hockey-Legende Crameri kann Olten-Pleite nicht verhindern

NLB-Leader Olten schwächelt. Im Heimspiel gegen die GCK Lions (2:4) kassierten die Solothurner die sechste Niederlage in den letzten elf Partien. Wie schon gegen Thurgau tat sich Olten mit einer Mannschaft ausserhalb der Playoff-Plätze schwer.

Adriana Gubler
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Die Oltner Hintermannschaft geriet immer wieder unter Druck. Quelle: HR Aeschbacher

Die Oltner Hintermannschaft geriet immer wieder unter Druck. Quelle: HR Aeschbacher

Eine erste grosse Überraschung gabs gestern im Eisstadion Kleinholz vor Spielbeginn: Auf dem Oltner Matchblatt figurierte der ehemalige Schweizer Internationale Gian Marco Crameri, der 767 NLA- und über 100 Nationalmannschaft-Spiele auf dem Buckel hat und 2008 eigentlich seinen Rücktritt vom Profi-Eishockey gab. Mit dem Transfer des 40-Jährigen reagierten die EHCO-Verantwortlichen auf die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle. Derzeit fehlen dem NLB-Leader mit Haldimann, Parati und Schnyder drei Stammverteidiger. Zudem zog sich Ganz im Sonntagsspiel gegen Thurgau eine Blessur am Knie zu, stand gestern aber dennoch im Einsatz.

Zweite Heimniederlage der Saison

Eine zweite Überraschung erlebten die 2318 Hockeyfans gut zwei Stunden später, als der EHCO die Partie gegen die an neunter Tabellenposition liegenden Junglöwen als Verlierer (2:4) beenden und damit seine erst zweite Heimpleite in dieser Saison einstecken musste. Wie auch schon am Sonntag gegen Thurgau zeigte der EHCO eine alles andere als überragende Leistung und verzeichnete auffällig viele Fehlpässe. Die Lions ihrerseits agierten aufsässig und spielfreudig wie eh und je – und holten sich damit nicht unverdient drei Auswärtspunkte.

Ausgerechnet Neuzuzug Crameri stand auf dem Eis, als die GCK Lions bereits in der 8. Minute das Score eröffneten. Allerdings war es Crameris Verteidigungspartner Ganz, der von einem Zürcher Stürmer beim 0:1 entscheidend überlaufen wurde. Damit verpasste es der EHCO zum vierten Mal in Folge, mit einem eigenen Treffer für einen positiven Start aus Oltner Sicht zu sorgen.

Ebenfalls eine defensive Unzulänglichkeit vonseiten Oltens führte in der 18. Minute zum zweiten Gegentreffer, bei dem Tremblay die Scheibe EHCO-Schlussmann Kropf zwischen den Beinen ins Tor durchspielte. Dazwischen kamen die Oltner in Überzahl zum vorübergehenden 1:1-Ausgleichstreffer. Von Sertich ging die Scheibe zu Ganz und von ihm haargenau zum freistehenden Truttmann, der sich aus guter Position nicht zweimal bitten liess.

Olten rennt Rückstand hinterher

Auf den 1:2-Rückstand, den sich die Oltner im ersten Abschnitt einhandelten, konnten sie im Mitteldrittel (26.) reagieren – mit einer tollen Sertich-Truttmann-Kombination. Allerdings gerieten sie nur gut zwei Minuten später – zum dritten Mal an diesem Abend – mit 2:3 ins Hintertreffen. EHCO-Torhüter Kropf wurde von Signoretti, der mit seinem Team ein gutes Powerplay zeigte, in der nahen Ecke erwischt. Nachdem Oltens Center Marcon von Heitzmanns Stock im Gesicht getroffen wurde, konnte Olten während gut vier Minuten in Überzahl agieren, den Lions-Torhüter Wolf aber auch in diesem Powerplay nicht bezwingen.

Im Schlussabschnitt zeigte sich das Geschehen unverändert: Olten kam zwar zu Chancen, Lions-Hüter Wolf parierte aber alles. Und in den letzten zehn Minuten des Spiels waren es schliesslich klar die Lions, die dominierten, einige Male brandgefährlich vor Kropf auftauchten und ihren vierten Treffer hätten erzielen müssen. Diesen bewerkstelligte am Ende Hüsler in der allerletzten Spielminute dann doch noch, indem er die Scheibe ins verlassene Oltner Tor bugsierte. Davor kam Hirt noch zu einem heissen Gegenstoss, er verlor aber das Duell gegen den bärenstarken Lions-Keeper Wolf. Anders als im Thurgau-Spiel am Sonntag konnte sich der EHCO damit nicht mehr vor der zweiten Heimpleite dieser Saison retten.