Tennis
Asiatische Cracks spielen im Limmattal

Um ihre Spielstärke zu fördern und sie auch auf Sandplatz zu trainieren, holt der Basler Dominik Utzinger sechs Nachwuchsspieler aus Fernost in die Schweiz. Nach Stopps in der ganzen Schweiz spielen sie zum Abschluss ihres Trips im Limmattal.

Fabio Baranzini
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Umstellung geglückt: Die Asiaten sind bereit für die Spiele auf Sand. FBA

Umstellung geglückt: Die Asiaten sind bereit für die Spiele auf Sand. FBA

Die Anlage des Tennisclubs Haugraben in Bättwil ist seit Mitte Juni die Trainingsbasis für eine achtköpfige Delegation aus Thailand und den Philippinen. Neben zwei Trainern sind sechs Spieler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren mit dabei, die zur nationalen Spitze in ihrer Heimat gehören. Der Filipino Jurence Zosimo Mendoza ist im Alter von 16 Jahren gar bereits der beste Nachwuchsspieler seines Landes. Doch weshalb schlagen die asiatischen Nachwuchsspieler ihre Zelte in der Schweiz auf?

Der Grund ist ihr Trainer Dominik Utzinger. Der gebürtige Basler versuchte sich früher selber als Profispieler und arbeitete zudem als Nationaltrainer beim Schweizerischen Tennisverband. Seit mittlerweile sechs Jahren führt er in Thailand eine private Tennisschule und weilt zurzeit mit sechs Schützlingen in seiner alten Heimat. «In Thailand spielen wir ausschliesslich auf Hartplätzen. Wenn man zu lange auf einem Belag spielt, gewöhnt man sich zu sehr daran», erklärt Utzinger.

In der Schweiz will er seinen Junioren daher das Sandplatzspiel näherbringen. «Dabei geht es vor allem darum, dass sie geduldiger werden und variantenreicher agieren. Diese Spielkultur lernt man am besten auf Sand», so der 49-Jährige. Er erhofft sich, dass seine Schützlinge durch das intensive Training auf der roten Asche – täglich stehen rund fünf Stunden Training auf dem Programm – die neuen Spielkomponenten auch auf Hartplatz umsetzen können.

Fortschritte erkennbar

Der Anfang war jedoch schwer, denn die sechs standen vor ihrem Aufenthalt in der Schweiz noch nie auf einem Sandplatz. «Sie musste zuerst lernen, wie man sich bewegt und wie man rutscht», sagt Utzinger. Das hätte zu Beginn schon für einige Probleme gesorgt. Der ehemalige Schweizer Davis-Cup-Spieler ist jedoch mit den Fortschritten seiner Schützlinge zufrieden.

Tatsächlich macht es im Training nicht den Eindruck, als ob die Nachwuchscracks erst seit knapp zwei Monaten auf Sand spielen. Sie rutschen präzise zu den Bällen, schlagen sie mit viel Spin und streuen immer wieder Slice- und Stoppbälle ein. «Langsam kann man von Sandplatz-Tennis sprechen», meint Utzinger schmunzelnd.

Meisterschaften als Abschluss

Während ihres Aufenthalts in der Schweiz liessen sie es sich nicht nehmen, sich mit der nationalen Konkurrenz zu messen. Praktisch jedes Wochenende haben die jungen Asiaten ein Turnier gespielt. Den Abschluss der Wettkampfeinsätze auf Schweizer Boden bilden die Limmattaler Tennismeisterschaften. Dass Utzingers Spieler an den Meisterschaften teilnehmen können, ist nicht selbstverständlich.

Die Organisatoren haben extra eine Kategorie für N-Spieler ins Leben gerufen, damit auch die besten Spieler der asiatischen Delegation teilnehmen können. «Wir haben gedacht, wenn wir schon sechs Teilnehmer auf sicher haben, dann können wir den Versuch mit einem N-Turnier wagen», begründet OK-Mitglied Philip Stuhner den Entscheid zur Einführung einer neuen Kategorie. Das restliche Programm der Limmattaler Tennismeisterschaften wird wie gewohnt durchgeführt.

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