In der jüngst zu Ende gegangenen Erstliga-Saison wurde der EHC Zuchwil Regio Meister in der Zentralgruppe und war am Ende das drittbeste Team der ganzen Liga. Jetzt zieht sich der Verein aus der 1. Liga zurück. Weil es in der nächsten Saison nur noch zwei Zonen gibt und Zuchwil in die Ostgruppe eingeteilt wurde. «Diese Einteilung ist die Zerstörung unseres Klubs. Uns trifft es am schlimmsten», so Präsident Walter Ulrich. «Lyss, Burgdorf, Adelboden und Unterseen-Interlaken sind in der Westgruppe. Damit verlieren wir auch noch die restlichen Derbys.»

Die MySports-League als Anfang vom Ende

Angefangen habe der Untergang mit der Gründung der MySports-League im Vorjahr. «Vier Klubs aus der Region wurden uns weggenommen.» Brandis, Wiki-Münsingen, Thun und Basel gingen in die neu gebildete Liga. «Wir mussten dadurch einen grossen Zuschauerverlust hinnehmen», so Ulrich.

Mit der neuen Einteilung in die Ostgruppe der 1. Liga wäre es für die Zuchwiler noch schlimmer geworden. In der kommenden Saison hätten Gegner wie Arosa, Bellinzona oder Prättigau gewartet. Nicht nur die Zuschauer, auch die Sponsoren und die Medien verlieren laut Ulrich immer mehr das Interesse. Zudem sei der Aufwand für den Grossteil der Spieler nicht mehr tragbar. Auch für Trainer Manfred Reinhard nicht. Vor allem punkto Reisezeit, welche massiv grösser wird.

Ziel ist es, in der 2. Liga zu spielen

Zuchwil möchte 2018/19 in der 2. Liga spielen. Sicher ist dies aber noch nicht. «Es schmerzt sehr, dass wir uns aus der 1. Liga verabschieden müssen», sagt Ulrich, der seit 28 Jahren Präsident ist. «Wir haben für den Eishockeysport gelebt, viel Herzblut, Geld, alle Freizeit mit viel Freude in den Verein gesteckt. Jetzt zerstört der Eishockeyverband alles mit einem Schlag, ohne mit den Wimpern zu zucken und ohne schlechtes Gewissen, und für uns ist leider alles nur noch Vergangenheit. Eine sehr grosse Enttäuschung für die ganze Region Zuchwil - Solothurn."

Der andere 1-Liga-Traditionsklub aus der Region Solothurn/Aargau, die Argovia Stars, werden die neue Saison wie geplant in Angriff nehmen. Gemäss Sportchef Heinz Leuenberger, der die Entwicklung in Zuchwil überaus bedauert, wusste man, was auf den Klub zukommen könnte. Ausserdem spielt es für die Aargauer letztlich keine Rolle, ob sie im Osten oder im Westen eingeteilt sind. Weite Reisen haben sie so oder so.