Olympische Spiele
Anschieber Thomas Lamparter: Mit voller Kraft in Richtung Sotschi

Es war ein echter Marathon, den der Aarwanger Thomas Lamparter diese Woche bestreiten musste. Gemeinsam mit den restlichen Athleten des Schweizer Bobverbands begab er sich nach Luterbach zum Einkleidungstermin von Swiss Olympic.

Pascal Kamber
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Rico Peter und Thomas Lamparter (rechts).

Rico Peter und Thomas Lamparter (rechts).

KEYSTONE

In Luterbach wurde Lamparter mit den offiziellen Kleidungsstücken für die Olympischen Winterspiele in Sotschi ausgestattet. Dabei ist Thomas Lamparter mit dem Kleider-Marathon bestens vertraut. Der Aarwanger wird in Sotschi bereits seine dritten Olympischen Winterspiele bestreiten. Trotzdem ist seine Vorfreude riesig. «Die steigt jetzt von Tag zu Tag», sagt Lamparter. Dass der schnelle Anschieber überhaupt in Sotschi dabei ist, stand allerdings längere Zeit in den Sternen. Im letzten August zog er sich während des Trainings einen Teilriss der Achillessehne sowie eine Muskelverletzung zu. Diese machte eine Operation und eine fünfmonatige Pause unumgänglich. Erst am vergangenen Wochenende kehrte Thomas Lamparter in den Eiskanal zurück – und gewann als Anschieber von Rico Peter beim als Europameisterschaft ausgetragenen Weltcup-Rennen in Königssee prompt die Silbermedaille. «Das ist natürlich ein tolles Resultat», blickt der gelernte Koch und Ingenieur-Informatiker auf das Wochenende zurück. Noch mehr freut ihn, dass mit seinem Fuss alles in Ordnung ist. «Ich habe vor, während und vor allem nach dem Wettkampf keine Schmerzen gespürt. Das ist ein gutes Zeichen», sagt Lamparter.

Erfolg im Fokus

Ob der 35-Jährige auch in Sotschi als Tempomacher für Rico Peter dienen oder im Schlitten von Beat Hefti sitzen wird, ist indes noch offen. Der Schweizer Bobverband will diesbezüglich aber in der übernächsten Woche einen Entscheid fällen. «Dieser Ungewissheit muss man sich als Anschieber immer bewusst sein», sagt Thomas Lamparter. Nach seiner überstandenen Verletzung ist er aber primär froh, in Sotschi dabei zu sein.

Die verbleibenden Tage bis zum olympischen Zweierbob-Wettkampf, der am Sonntag, 16., und Montag, 17. Februar, ausgetragen wird, will der Viererbob-Bronzemedaille-Gewinner von den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin für eine optimale Vorbereitung nutzen. Erst im kurzen Trainingslager in Andermatt, danach vor Ort in Sotschi. Dabei verfolgt Thomas Lamparter nur ein Ziel – den Erfolg. «Ich will keine kulturelle Reise machen und andere Sportler treffen, sondern um eine Medaille kämpfen.»