Triathlon
Annaheim oder Ryf? «Es ist noch alles offen»

Nach dem enttäuschenden Abschneiden von Melanie Annaheim (Rang 22, Lostorf) und Daniela Ryf (39, Feldbrunnen) am Triathlon-Weltcup in Madrid muss sich Iwan Schuwey (Bild) bei der Vergabe des letzten Olympia-Startplatzes für eine der beiden Solothurnerinnen entscheiden. Der Nationaltrainer gibt sich bedeckt.

Daniel Weissenbrunner
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Triathlon Nationaltrainer Iwan Schuwey.

Triathlon Nationaltrainer Iwan Schuwey.

AZ

Iwan Schuwey, was hat bei Ihnen am Samstag überwogen. Die Freude über den Sieg von Nicola Spirig oder die verpassten Olympia-Normen von Melanie Annaheim und Daniela Ryf?

Iwan Schuwey: Ich war super happy über den Erfolg von Nicola. Dass Melanie und Daniela die Olympia-Kriterien (Anm. d. Red: Annaheim hätte ein Top-15-Ergebnis benötigt, Ryf einen Top-10-Platz) nicht erfüllten, ist schade, aber kam auch nicht ganz überraschend. Ich habe natürlich gehofft, dass die beiden es schaffen würden, aber wir müssen die Situation jetzt so akzeptieren, wie sie ist.

Sie haben damit gerechnet, dass es den beiden nicht reichen würde?

Allzu viel habe ich vor dem Rennen nicht überlegt. Die Voraussetzungen waren aber bekanntermassen nicht die besten. Daniela plagten vor dem Rennen erneut gesundheitliche Probleme.

Sie wollten drei Frauen ins Olympiarennen in London schicken, jetzt sind es bestenfalls zwei Athletinnen. Was ist falsch gelaufen?

Schwierig zu sagen. Unser Plan war auf eine 2-Jahres-Periode ausgelegt. In der ersten Phase sah es sehr gut aus. Wir starteten mit insgesamt 20 Athleten ins Olympia-Projekt. Am Ende hatten sich bei den Herren und Frauen drei Athletinnen für Olympia herauskristallisiert. Leider haben dann gesundheitliche Probleme den weiteren Verlauf erschwert. Daniela bekam ihre Magenprobleme nicht in den Griff und Melanie hat ihren Motor im Training wohl überdreht.

Denkbar schlechte Voraussetzungen: Sie können neben Nicola Spirig Swiss Olympic bis zum 15. Juni die zweite Athletin vorschlagen. Wer wird es sein, Melanie Annaheim oder Daniela Ryf?

Das ist völlig offen. Wir holen in den nächsten Tagen ein weisses Papier aus der Schublade und werden mit der Selektionskommission festlegen, wer die besseren Chancen hat.

So oder so: Annaheim oder Ryf werden nicht ihr eigenes Rennen fahren, sondern Nicola Spirig unterstützen.

Das ist richtig. Nicola ist in der Lage, eine Medaille zu gewinnen. Damit das gelingt, wird sie Helferdienste erhalten.

Spirig hat ihre Defizite beim Schwimmen. Demnach müssten Sie ihr die bessere Schwimmerin zur Seite stellen, Melanie Annaheim?

Dazu gebe ich keine Auskunft. Momentan besteht Gleichstand.

Sie schlagen Swiss Olympic eine Athletin vor, welche die Kriterien nur zu einem Teil erfüllt hat. Was, wenn die Selektionäre Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen?

Das glaube ich nicht. Wir haben mit Swiss Olympic einen fantastischen Partner, der uns tatkräftig unterstützt und der zum Schluss kommen wird, dass eine zweite Nomination für ein erfolgreiches Abschneiden zwingend nötig ist.