Vor fünf Jahren noch machte sie das Rad – heute sitzt sie drauf. Die ehemalige Geräteturnerin Anina Schneitter gilt als eines der grössten Nachwuchstalente im Land punkto Mountainbike-Sport. 2013 hat die junge Solothurnerin im BMC-Cup, einer mehrteiligen Rennserie, den dritten Rang belegt. «Ohne Defekte hätte ich gewinnen können – darum war ich im ersten Moment gar nicht so zufrieden», sagt die Nichte von Nathalie Schneitter.

Letztere war Olympiateilnehmerin 2008 in Peking. An der diesjährigen EM in Graz klassierte sich Anina auf dem 9. Rang. Das sei ihr bislang schönster und wichtigster Erfolg gewesen, sagt sie. «Der Teamgedanke steht beim Mountainbike viel mehr im Vordergrund als beim Turnen», so die 13-Jährige. «Ausserdem ist man draussen in der Natur.» Darum hat sich die ehemalige Turnerin zum Sportarten-Wechsel entschieden. Ihre bekannte Tante, deren bekanntem Fan-Club mit den roten T-Shirts sie angehört, hat Anina diesbezüglich einst animiert, es auch einmal auf dem Drahtesel zu versuchen. Wer weiss, vielleicht starten Tante und Nichte Schneitter ja eines Tages als Duo am Cape Epic oder sonst einem bekannten Team-Rennen.

EM-Medaille im Visier

Vorerst aber peilt Anina Schneitter in ihrer Altersklasse weitere Pokale und Diplome an. 21 Trophäen, die von Erfolg und Talent zeugen, stehen bereits in ihrem Zimmer. Am liebsten wäre der Schülerin der Sportklasse in Solothurn eine Medaille an der Jugend-EM im kommenden Jahr. Im Gegensatz zur diesjährigen EM gehört sie dann zum älteren Jahrgang. «Ich hoffe schon, dass es nächstes Jahr reichen wird – möglich ist es», hält die ambitionierte Bikerin fest. Wäre heuer an der Kontinentalmeisterschaft jahrgangsweise klassiert worden, hätte Anina Schneitter die Silbermedaille gewonnen. Klar, dass die Nichte derzeit wie die Tante auch gerne Profi werden will. «Aber ich möchte trotzdem meine Ausbildung zur Kindergärtnerin machen», sagt die Nachwuchs-Bikerin. Schliesslich könne so schnell etwas passieren. Das weiss man in der Familie Schneitter bestens. Nathalie Schneitter fiel ja kurz vor den Olympischen Spielen in London am Weltcup in
La Bresse hin und brach sich den Arm. Aus war der 5-Ringe-Traum.

Die Jüngste tritt auch an

Als Schülerin der Sportklasse kann Anina Schneitter zusätzlich zu ihren zwei Teamtrainings mit dem Tropical Team Solothurn an zwei Vormittagen während zweier Lektionen trainieren. Dies tut sie mit Roland Richner, dem ehemaligen Technischen Direktor von Swiss Cycling und Trainer von Olympiateilnehmer Florian Vogel. «Das ist super, wenn uns so ein Trainer zur Verfügung steht», freut sich die Hobby-Reiterin. Zusätzlich übt Anina regelmässig mit ihrem Vater. Und, wer ist stärker? Wenn es länger daure, «dann ist Papi am Schluss meistens noch etwas schneller», sagt Anina. Unter 40, 45 Minuten hingegen sei sie schon seit längerem klar die Bessere. Und damit der Name Schneitter in den Mountainbike-Ranglisten dieser Welt noch lange Bestand haben wird, dürfte künftig auch Aline Schneitter sorgen. Die 10-Jährige ist die kleine Schwester von Anina und wie Letztere sagt «auch sehr gut». Daran besteht bei dem Namen wohl kein Zweifel.