Kestenholz

Angriff auf Top-20-Platzierung: Triathlet Max Studer will beim Triathlon in Hamburg reüssieren

Max Studer im roten Dress im Einsatz beim Weltcup in Weihai im Jahr 2019

Max Studer im roten Dress im Einsatz beim Weltcup in Weihai im Jahr 2019

Max Studer aus Kestenholz darf am Wochenende beim Triathlon in Hamburg endlich in seine neue Saison starten. Der Solothurner Triathlon-Profi sieht das Rennen als gute Standortbestimmung.

Der Herbst klopft an der Tür – und Triathlet Max Studer aus Kestenholz bestreitet beim sogenannten «World Triathlon Series» (WTS) in Hamburg seinen ersten grossen Ernstkampf der Saison: am Samstag im Einzel und am Sonntag im Team Relay.

Weil es zugleich der einzige Event dieser sonst zahlreichen Serie in diesem Jahr bleibt, hat der internationale Verband beschlossen, die Bedeutung des Events zu erhöhen und das Rennen kurzerhand zur Weltmeisterschaft zu erklären. Wobei wegen der Einreisebeschränkungen starke Athleten aus Neuseeland oder Australien erst gar nicht anreisen werden.

All das ändert an der Ausgangslage von Max Studer, 24-jährig, nichts. «In erster Linie freue ich mich riesig, endlich wieder ins Triathlon-Geschehen eingreifen zu können. Aber ich hoffe schon, dass ich dort weitermachen kann, wo ich vor Corona aufgehört habe. Ein Top-20-Ergebnis wäre toll», sagt Studer, der sich bereits in zwei WTS-Rennen in den Top 15 klassierte. «Ich sehe es aber insbesondere als wichtige Standortbestimmung. Es soll mir auch aufzeigen, woran ich in den Wintermonaten noch zu arbeiten habe.»

Glück im Unglück bei einem Trainingssturz

Die Vorbereitungen verliefen aber nicht nur wegen der vielen spontanen Wettkampfabsagen – Ende August wurde etwa die offizielle Europameisterschaft in Tartu, Estland, abgesagt – etwas holpriger. Max Studer stürzte im Juli während eines Windschattentrainings als Teil einer vierköpfigen Trisutto-Gruppe. Der vorderste Athlet hatte eine langsamer fahrende Hobbyvelofahrerin vor sich übersehen, stürzte und riss seine Trainingskolleginnen und -kollegen mit sich. Während sich etwa Olympiasiegerin Nicola Spirig, die sich ebenfalls in der Gruppe befand, einen Bruch des Radiusköpfchens am Ellbogen zuzog, hatte Studer noch viel mehr Glück und kam mit starken Schürfungen und Prellungen davon. «Es hätte schlimmer enden können», bilanziert Studer rückblickend.

Eine Woche lang musste er sich gedulden, etwas zurückstecken, ehe er mit dem Aufbautraining wieder beginnen konnte. «Ich verlor rund zwei Wochen Training, aber dank einer guten Basis mit intensiven Trainings ohne Wettkämpfe in der Coronazeit hatte ich mich bereits in einer guten Form befunden. Mittlerweile gehört der Sturz der Vergangenheit an», so Studer.

Rechtzeitig hat der Solothurner also wieder seine Topform erreicht. Wegen vieler Corona-Unsicherheiten, wie etwa beim Fliegen, reist Studer mit dem eigenen Auto von der Trainingsbasis in St. Moritz – nach einem Abstecher nach Kestenholz zu seinen Eltern – nach Hamburg. Er rechnet sich dafür genügend Zeit ein und reiste gestern ab, um dann am Wochenende im Norden Deutschlands ohne spürbare Reisestrapazen bereit zu sein.

Einrücken in die Athleten-Blase

Vor Ort wird Studer ein strenges Corona-Schutzkonzept antreffen. Die Athleten werden sich in einer Blase aufhalten müssen, sie sind in mehreren abgeschirmten Hotels untergebracht. Beim Einrücken in diese Blase müssen die Athleten einen negativen Coronatest sowie ein ärztliches Gesundheitsattest vorlegen. Nur wer dies kann, wird eine Startnummer erhalten.

Die Zutrittskontrollen am Wochenende sind streng reguliert. Selbst den Coaches wird nicht überall Zutritt gewährt, von Fans ist schon gar nicht erst die Rede wert. «Hamburg gehört in den World-Triathlon-Series normalerweise zu einem der Events, der eine sehr spezielle Atmosphäre trägt, mit einer Strecke, die durch die Stadt führt. Dieses Mal wird alles anders sein», glaubt Studer. Die Strecke führt durch einen abgeschirmten Park. «Wir Athleten werden unter uns sein.»

Corona hin oder her: Nicht nur Studer selbst, sondern auch sein Trainer Brett Sutton ist gespannt auf das Abschneiden seines Schützlings aus Kestenholz, dem er eine grosse Zukunft prophezeit: «Max wird den Schweizer Triathlonsport in den nächsten Jahren auf höchstem Niveau prägen», so der Australier, der als weltbester Triathloncoach gilt.

«Er ist nicht nur talentiert, sondern auch äusserst willensstark. Arbeitet er weiter so diszipliniert, gibt es keinen Grund, warum er künftig nicht um olympische Medaillen und internationale Titel mitreden wird.»

Ob Max Studer aus Kestenholz schon am Wochenende bei den Weltbesten anklopft und das Podest im Blickfeld hat?

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