Routine wird beim Ambassadoren-Turnier grossgeschrieben. Der Wettkampf in der Nennigkofer Curlinghalle lockt ambitionierte Breitensportler aus der ganzen Schweiz an, von denen viele in jüngeren Jahren zu den ganz Grossen der nationalen Curling-Szene gezählt hatten.

Da sieht man beim einen oder anderen Veteranen sogar noch einen geschmeidigen Backswing – eine Technik aus dem vergangenen Jahrhundert, als man meistens unter freiem Himmel auf viel gröberem Eis schwungvoll spielen musste.

Wenn draussen die Temperaturen Riesensprünge machen wie diesen Sonntag, dann leidet das Eis in der Curlinghalle darunter. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Wärme machten die sensible Unterlage am Sonntag etwas unberechenbar. «Es ist für alle Mannschaften gleich», sagte am Ende Mario Flückiger, Skip des CC Grenchen.

Sportlich korrekt, denn gerade bei den Grenchnern machte im Final der eine oder andere Stein unerwartete Kapriolen. Den vermutlich entscheidenden Fehler musste aber Flückigers Team ganz auf seine Kappe nehmen. Im vierten End hätte der CC Grenchen einfach den letzten Stein ins Haus legen müssen um auf 2:2 auszugleichen. Es hatte so einfach ausgesehen – aber der schwach gespielte Stein blieb auf der Strecke liegen.

Es ging um wenige Millimeter

Von diesem Moment an hatten die Ambassadoren den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite. Gleich im fünften End vergrösserten sie den Vorsprung auf 4:1. Der Hammer war dann aber das siebte End.

Grenchen verpasste einen schwierigen Stein nach dem anderen um wenige Millimeter. Die Ambassadoren machten die Situation im Haus immer komplizierter und konnten sich schliesslich fünf Steine gutschreiben lassen.

Grenchen auf Ziellinie überholt

Damit war die Sache gegessen. Nachdem er nun zwei Jahre verzichten musste, damit auswärtige Mannschaften beim Ambassadoren-Turnier zum Zug kommen konnten, gelang Skip René Fuchs so etwas wie eine verspätete Titelverteidigung – denn er hatte ja schon 2013 bei seiner letzten Teilnahme gewonnen. Auf den zweiten Platz kam Burgdorf mit Skip Martin Widmer. Der Sieger des Vergangenen Jahres gewann das letzte Spiel gegen Biber (Skip Walter Schwaller) hoch und überholte damit Grenchen noch auf der Ziellinie.

Die Bilanz fällt durchgehend positiv aus. Der Sportliche Turnierleiter Roger Zbären freute sich über ein volles Tableau mit 18 Mannschaften aus der ganzen Schweiz und einen Heimsieg. «Das motiviert uns», sagte Zbären zur Beliebtheit des Turniers, «so werden wir natürlich auch nächstes Jahr sicher eine 17. Ausgabe des Turniers organisieren.»

Beim Ambassadoren-Turnier geht es aber nicht nur um den Sport. Es gehören auch ein gemeinsames Essen und ein Überraschungsausflug dazu. Diesmal besuchten die Curler gemeinsam das Zuchwiler Hybridwerk. Und wer den üppigen Gabentempel mit den schönen Uhren und dem edlem Wein gesehen hat, wird sicher auch in einem Jahr wieder nach Nennigkofen kommen wollen.

16. Ambassadoren-Turnier in Nennigkofen. Schlussrangliste: 1. Ambassadoren (René Fuchs) 10 Punkte/24 Ends. 2. Burgdorf (Martin Widmer) 8 /23. 3. TC Biber (Jürg Zeller) 8/21.