Nach dem Stoos-, Schwarzsee- und dem Rigi-Schwinget findet am Samstag auf dem Weissenstein ob Solothurn das vierte Bergkranzfest der Saison statt. 90 Schwinger sind am Start; deren 70 vom gastgebenden Nordwestschweizerischen Schwingerverband sowie je 20 aus dem Bernisch-kantonalen und dem Nordostschweizerischen Schwingerverband. 1947 fand das Fest zum ersten Mal statt. Seit dem Jahre 2000 zählt der Weissenstein-Schwinget offiziell zu den Bergkranzfesten.

Für den Technischen Leiter der Nordwestschweizer hat das Fest einen besonderen Stellenwert. «Es ist unser Bergfest auf unserem Hausberg. Deshalb ist es jedes Jahr ein ganz spezieller Anlass», sagt Stefan Strebel.

Er sei immer wieder von Neuem beeindruckt von der Umgebung, wenn er mit der Seilbahn hochfahre: «Das Hotel ist schön und es ist eine einzigartige Kulisse dort oben.» Eine Eigenheit ist zudem, dass das Fest jeweils an einem Samstag stattfindet und nicht wie die meisten Schwingfeste am Sonntag. «Das hat sich so ergeben», sagt Strebel. So gebe es sicher keine Terminkollisionen mit anderen Schwinganlässen.

Vorjahressieger im ersten Gang gegen Schwingerkönig

Im vergangenen Jahr gewann Samuel Giger auf dem Solothurner Hausberg. Der 21-jährige Thurgauer bodigte im Schlussgang den Appenzeller Michael Bless mit einem wuchtigen Kurzzug nach nur zwanzig Sekunden.

Heute trifft der Vorjahressieger im ersten Gang auf den Schwingerkönig von 2010, den Berner Kilian Wenger. Nebst Samuel Giger schickt der Nordostschweizerische Schwingerverband Arnold Forrer, den Schwingerkönig aus dem Jahre 2001, und den Eidgenossen Roger Rychen ins Rennen.

Auch der Bernisch-kantonale Schwingerverband ist mit nahezu den besten Kräften am Start. Einzig Christian Stucki, der auf dem Weissenstein schon dreimal gewinnen konnte, muss wegen einer Verletzung passen. Kilian Wenger, die Eidgenossen Bernhard Kämpf und Florian Gnägi, aber auch das Jungtalent Fabian Staudenmann und Matthias Aeschbacher, der vor kurzem den Schwarzsee-Schwinget gewann, sind die heissesten Berner Anwärter auf den Sieg.

Christoph Bieri und der 100er-Klub

«Wenn einer aus unserem Verband gewinnt, dann wird es wohl Nick Alpiger sein», sagt Stefan Strebel zu den Siegeschancen der Lokalmatadoren. Der 22-jährige Aargauer holte sich vor zwei Wochen sensationell den Sieg am Innerschweizer Schwingfest. Im Schlussgang legte er Christian Schuler nach nur 24 Sekunden auf den Rücken. Es war sein fünfter Kranzfestsieg.

Weitere «heimische» Kandidaten auf einen Spitzenplatz sind die Aargauer Patrick Räbmatter, Joel Strebel und Andreas Döbeli. Einen ganz besonderen Moment könnte der 68. Weissenstein-Schwinget für Christoph Bieri bereithalten. Der 33-jährige Untersiggenthaler steht aktuell bei 99 gewonnenen Kränzen und könnte heute als 29. Schwinger in den 100er-Klub aufsteigen.