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«Am Schluss war es brenzlig»

Stimmen zum 3:2-Sieg der Young Boys über Neuchâtel Xamax.

markus brütsch
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Senad Lulic im Zweikampf mit Neuenburgs Stephane Besle. Keystone

Senad Lulic im Zweikampf mit Neuenburgs Stephane Besle. Keystone

Solothurner Zeitung

Auf den Körper hören und sich gut pflegen – kaum hatte Schiedsrichter Nicolaj Hänni die Partie abgepfiffen, dachte Scott Sutter bereits an den Mittwoch. Dann nämlich erscheint der FC Zürich zum Cup-Knüller im Stade de Suisse und Sutter weiss, dass die Batterien bis dann wieder geladen sein müssen, will man sich eine Chance gegen den Tabellenzweiten der Super League ausrechnen.

Nur zu gut ist noch in Erinnerung, wie hart YB vor zwei Wochen hat kämpfen müssen, um die Zürcher schliesslich 4:2 zu besiegen. «Es ist doch schön, wenn man sich auf solche Spiele freuen kann», sagte Sutter. Er gab zu, dass es auch gegen Xamax ein Stück Schwerstarbeit gewesen sei, bis der 3:2 Erfolg in trockenen Tüchern war. «Wir hatten zwar viel Ballbesitz», sagte der rechte Aufbauer, «aber Xamax war bei Kontern sehr gefährlich, jeder Ballverlust konnte für uns fatale Folgen haben.»

Viele Fehler in der ersten Halbzeit

Alain Nef, der stämmige Verteidiger, sagte: «Am Schluss war es brenzlig, aber schliesslich ist die Rechnung aufgegangen.» In der ersten Halbzeit sei YB überhaupt nicht ins Spiel gekommen und habe viele Fehler gemacht, sagte Nef. «Nach der Pause haben wir dann aber eine ganz andere Leistung gezeigt, und wir hätten auch 4:2 oder gar 5:2 gewinnen können.»

Für Aufbauer Alexander Farnerud zählten am Ende einzig die drei Punkte. «Man muss doch sehen, welch schweres Spiel YB noch am Donnerstag in Russland gehabt hat», sagte der Schwede, der zwar auf der Reise in den Osten dabei gewesen, für die Partie gegen Zenit St.Petersburg aber nicht spielberechtigt gewesen war. «Meiner Meinung nach haben wir unter Berücksichtigung der Spiel- und Reisestrapazen heute ein sehr gutes Spiel gemacht», sagte Farnerud. «Man kann dies auch daran erkennen, dass wir sehr viele Torchancen produziert haben.»

Trainer Vladimir Petkovic wollte weniger seine personelle Umstellung – Mittelfeldspieler Moreno Costanzo war nach der Pause für Verteidiger François Affolter erschienen – für den Umschwung vom 1:2 zum 3:2 verantwortlich machen als den Mut, mit dem seine Mannschaft den Sieg erzwungen habe.

Katzenjammer herrschte dagegen in den Reihen der Xamaxien. «Wir haben den Sack nicht zugemacht», sprach Innenverteidiger Frédéric Page die dicken Torchancen an, die sein Team ausgelassen hatte. «Wer in Bern gewinnen will, muss diese Möglichkeiten nützen», sagte Page. Er selbst hatte zwar mit einem Volley sein viertes Saisontor erzielt – nicht schlecht, für einen Abwehrspieler – , doch so richtig freuen mochte er sich darüber nicht. Wie auch nicht über den insgesamt guten Auftritt in Bern. «Schon am nächsten Sonntag gegen Bellinzona gibt es wieder ein ganz anderes Spiel», sagte der 32-Jährige. Er rechnet damit, dass sich die Tessiner in Neuenburg hinten hineinstellen werden und Xamax von so viel Raum, wie es dieses Mal von den Young Boys bekommen hatte, nur träumen kann. «Davon hätten wir profitieren müssen, dies haben wir verpasst», sagte Page.

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