EHC Olten
Am liebsten viermal ein Spiel 7: Der EHC Olten muss nach drei Niederlagen endlich gewinnen

Für den EHC Olten steht es in den NLB-Playoffs momentan sehr schlecht, denn die Dreitannenstädter verloren bis jetzt alle drei Playoff-Spiele gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Die Fans glauben jedoch noch an ein Weiterkommen und muntern die Mannschaft beim Training auf.

Silvan Hartmann
Drucken
Teilen
Sinnbildlich für die Leistung des EHCO in den Playoffs: Der Oltner liegt chancenlos am Boden.

Sinnbildlich für die Leistung des EHCO in den Playoffs: Der Oltner liegt chancenlos am Boden.

TopPictures

Ist es bloss noch ein letzter Aufmunterungsversuch? Oder ist es eine Botschaft, die tatsächlich zur Wende verhelfen kann? Rund ein Dutzend EHCO-Fans will sich das Training am Donnerstagmorgen – einen Tag vor dem vierten Playoffspiel – nicht entgehen lassen.

Die Fans versuchen, dem Team mit einem Transparent angesichts des 0:3-Rückstands in der Serie gegen die Rapperswil-Jona Lakers, Beine zu machen: «Mit dem Rücken zur Wand zu stehen, muss nicht schlecht sein», ist in grossen Lettern über der Spielerbank zu lesen. «Hey, Gustafsson, jetzt noch Meister werden!», ruft ein Fan dem erfahrenen Trainer zu. Dieser schmunzelt und antwortet: «Sicher, was denn sonst?»

Aufmunterung der EHCO-Fans im Training: «Mit dem Rücken zur Wand zu stehen, muss nicht schlecht sein.»

Aufmunterung der EHCO-Fans im Training: «Mit dem Rücken zur Wand zu stehen, muss nicht schlecht sein.»

Silvan Hartmann

Die Stimmung ist heiter im Training: Auf dem Eis wird gelacht, gejubelt, mit Mitspielern werden Streiche gespielt. Und dennoch schwebt offensichtlich eine dunkle Wolke über dem Kleinholz-Stadion. Der 0:3-Rückstand scheint in den Köpfen der Spieler präsent zu sein: Hier ein Hadern über die ausgelassenen Grosschancen, dort eine verzweifelte Selbstkritik über die eingebrockte Strafenflut in den Auswärtspartien.

«Es glaubt in der Hockeyschweiz wohl niemand mehr an uns, ausser wir selber. Im nächsten Spiel machen wir den ersten Schritt zur Wende», gibt sich Martin Ulmer kämpferisch und zeigt sich erfreut über den Zuspruch der Fans: «Ein gelungenes Plakat.» Das findet auch Trainer Bengt-Ake Gustafsson: «Das gibt uns Kraft. Wir brauchen die Fans. Es tut gut, wenn wir auf ihre Unterstützung zählen können.»

Doch wie geht man in das nächste Spiel, wenn ein schier endloser Marathon auf das Team wartet, will man die Serie noch wenden? «Man darf über den Stand der Serie gar nicht gross nachdenken. Wir leben von Tag zu Tag und müssen uns nur auf dieses eine Spiel fokussieren. Wir werden so starten, als wäre es das entscheidende siebte Spiel», sagt Gustafsson.

Und er weiss, wo seine Spieler ansetzen müssen: «Klar, wir dürfen nicht so viele Strafen nehmen, aber wir müssen auch bei fünf gegen fünf Tore schiessen», sagt Gustafsson. Er trifft damit einen wunden Punkt: Nur eines der fünf Playoff-Tore schoss der EHC Olten bei numerischer Ausgeglichenheit.

Aktuelle Nachrichten