Keine dreissig Kilometer südlich der altehrwürdigen Valascia, Heimstätte des HC Ambri-Piotta, wird mit grossem Fleiss Eishockey «gebüffelt», um womöglich zu einem Inti Pestoni heranzuwachsen. Nicht nur die Biasca-Arena erinnert stark an das Stadion der GCK Lions, die seit Jahren als Farmteam der ZSC Lions in der NLB Gast sind. Dieses Erfolgsmodell wollen die grossen NLA-Rivalen Ambri-Piotta und Lugano nun im Tessin für sich klonen.

Bis eine Stunde vor dem Spiel zwischen Ticino und Olten eifern auf dem Eis noch kleine Ambri-Bambinis dem Puck hinterher, um sich dann unisono mit Ambri-Mützen auf den Heimweg zu begeben und das Feld jenen zu überlassen, die an der Schwelle zur NLA stehen und darum kämpfen, Fuss im Profihockey zu fassen. Alles steht hier im Schatten der grossen NLA-Brüder. So soll das Dutzend eingefleischter Ticino-Fans kürzlich bei einem Heimspiel einen Banner mit der Inschrift aufgehangen haben: «Siamo al Bar». Zu Deutsch: Wir sind an der Bar. Der Grund ist naheliegend. Lugano und Ambri duellierten sich zu jenem Zeitpunkt im legendären Tessinerderby. Und da zogen selbst die Biasca-Fans das geschichtsträchtige Derby dem NLB-Spiel vor. Verständlich.

Immerhin elf Spieler aus der ersten Liga fanden Berücksichtigung, als Ambri und Lugano in Biasca den Kader des neu in die NLB aufgestiegenen Teams definierten. Insofern überrascht es wenig, dass Biasca am Ende der NLB-Tabelle liegt, und Zeit benötigt, um sich der höheren Liga zu adaptieren. Nach einem Sieg gegen die EVZ Academy hatten die Tessiner Lunte gerochen.

Olten nahm den Kampf an

Daher überraschte es wenig, dass die Tessiner auch gegen die Oltner ein überaus kampfbetontes Spiel anschlugen. Nach dem frühen Führungstreffer durch Ulmer liess sich der EHCO zu einer kleineren Strafenflut hinreissen und musste während insgesamt über zwei Minuten in doppelter Unterzahl agieren. Die Gastgeber nahmen die Oltner Geschenke dankend an und wendeten das Spiel zu ihren Gunsten. Doch Oltens Reaktion kam prompt: Schneuwly glich nur 22 Sekunden später aus. Noch vor der ersten Drittelspause brachte Schwarzenbach den Favoriten erneut in Führung. Fortan liess die Mannschaft von Maurizio Mansi bis zum Schlusspfiff keine Zweifel mehr daran aufkommen, dass Olten die drei Punkte mit nach Hause nehmen würde.

Zu den grossen Figuren auf dem Weg zum 6:3-Auswärtserfolg avancierten Cyrill Aeschlimann und Martin Ulmer als Doppeltorschütze. Besonders war die Geschichte vom Oltner Urgestein Aeschlimann, der sich an seinem 33. Geburtstag gleich selbst beschenkte. An der Seite von Curtis Gedig als Verteidiger agierend, war Aeschlimann für den Gamewinner – sein erster Treffer in dieser Saison notabene – besorgt und erhielt zudem zwei Assist auf sein Konto gutgeschrieben. Olten kann durchatmen – auch dank dem Geburtstagskind.

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: