«Da habe ich nicht nur zwei, drei, sondern ganz viele junge Schwinger der Sonderklasse gesehen», sagte Einteilungspräsident Marc Späti vom Schwingklub Grenchen nach den hochstehenden Wettkämpfen. Das begann bei den ganz Kleinen: Bei den Neunjährigen musste der Rumisberger Timo Gisler wegen eines Gestellten zu Beginn den Schlussgang gegen den führenden Günsberger Lionel Zindel gewinnen – was ihm auch gelang.

Bei den Elfjährigen gewann der Liesberger Valentin Scherz alle sechs Gänge und wurde souveräner Sieger. Bei den 13-Jährigen genügte Marino Christ aus Gempen ein Gestellter im Schlussgang gegen den Wolfisberger Daniel Tschumi zum Sieg, allerdings musste er so noch Samuel Sutter aus Herzogenbuchsee zu sich aufschliessen lassen.

B kommt vor H

Am spannendsten verlief der Wettkampf bei den Jahrgängen 2003/2004. Yanik Bucher (Zofingen) und Tobias Hengartner (Olten-Gösgen) gewannen sämtliche fünf Gänge und zogen gleichauf mit sensationellen 49.75 Punkten in den Schlussgang ein. Als sie sich direkt gegenüberstanden, versuchten beide, mit angriffiger Taktik, die Oberhand zu bekommen.
Aber sie kennen sich wohl zu gut: Einmal trainiert der Oltner in Zofingen und das andere Mal der Rothrister in Olten. «Sie sind einander wirklich ebenbürtig», sagte am Ende auch Einteilungspräsident Marc Späti. So stellten die beiden den Schlussgang nach animiertem Verlauf. «Yanik Bucher ist vielleicht etwas robuster, aber dafür ist Tobias Hengartner sehr zäh. Die beiden werden auch bei den Aktiven zu den Kranzschwingern gehören, wenn sie so weitermachen.»

Die beiden Sieger mit Jahrgang 2003: Yanik Bucher (links) und Tobias Hengartner.

Die beiden Sieger mit Jahrgang 2003: Yanik Bucher (links) und Tobias Hengartner.

Am Ende musste also das Alphabet über den Sieger dieser Kategorie entscheiden. B kommt vor H und so bekam Yanik Bucher die Siegerglocke überreicht. Obwohl Tobias Hengartner genau gleich viele Punkte auf seinem Konto hatte, wurde er als 1b in die Rangliste eingetragen. «Nächstes Jahr wird dann Z vor A sein, das wechselt beim Schwingen jedes Jahr», erklärte Tobias Hengartner die Praxis, wegen der er nun halt «nur» als 1b in der Rangliste geführt wird. «Das ist nicht so schlimm, wir haben beide gewonnen. Wir sind gute Freunde und auch im Training schwingt keiner obenaus, wir sind etwa gleich gut», sagte Hengartner – und Bucher nickte daneben zustimmend.

18 Jahre, über 1.90, 100 Kilo

Bei den ältesten Nachwuchsschwingern ist dies Matthias Imobersteg aus Beinwil bereits gelungen. Und obwohl er gleich im ersten Gang einen Gestellten gegen Leon Turcan zu verzeichnen hatte, gewann er am Ende souverän. Dem Nordwestschweizer Kranzschwinger war keiner mehr gewachsen – im wahrsten Sinne des Wortes: Der 18-jährige Imobersteg ist 191 Zentimeter gross, wiegt bereits über 100 Kilo und hat die Schuhgrösse 46. Das sind Masse, die ihm auch bei den Aktiven gute Resultate erlauben werden.

Die begehrten Auszeichnungen.

Die begehrten Auszeichnungen.

Nicht weniger als 274 Nachwuchsschwinger nahmen auf der Solothurner Chantierwiese am 58. Kantonalen Nachwuchsschwingertag teil. Nicht nur sportlich war das Fest bemerkenswert, auch die Organisatoren haben sich einen Eichenzweig verdient: Die vielen Zuschauer kamen in den Genuss eines reibungslos ablaufenden Wettkampfs. Das Schwingfest war dem angestrebten Zeitplan sogar immer ein wenig voraus.