Eishockey
Altmeister Di Pietro verwandelte das Kleinholz in einen Hexenkessel

Der EHC Olten setzte seinen Monolog in der Eishockeymeisterschaft der NLB auch in der 36. Runde fort. Die Solothurner gewannen gegen den SC Langnau mit 4:3 nach Penaltyschiessen auch das nächste Spitzenspiel.

Adriana Gubler
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Oltner Jubel: Paul Di Pietro (rechts) sorgte für die Entscheidung.

Oltner Jubel: Paul Di Pietro (rechts) sorgte für die Entscheidung.

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Um 22:42 Uhr knallte Paul Di Pietro den Puck in die Maschen. Das ausverkaufte Kleinholz stand Kopf, denn mit seinem Penalty besiegelte der Altstar den 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen über die SCL Tigers und den achten Heimerfolg in Serie der Oltner.

Noch in der Verlängerung deutete es eher auf ein besseres Ende für die Emmentaler hin, sie verzeichneten in der Overtime die hochkarätigeren Chancen. Der EHCO stand massiv unter Druck, konnte sich aber auf einen ausgezeichneten Keeper Thomas Bäumle verlassen.

Im anschliessenden Penaltyschiessen zeigte sich der EHC Olten dann von seiner effizienten Seite: Hirt, Feser und am Ende «Päuli» bezwangen Tigers-Keeper Croce.

Schrecksekunde für Hirt

Mit welch harten Bandagen die beiden Teams im Spitzenduell kämpften, zeigte sich gleich zu Beginn der Partie: Nach nur 75 Sekunden blieb Remo Hirt am Boden liegen. Zuvor war ein Stock eines Langnauer Spielers im Gesicht des Oltner Stürmers gelandet.

Mit einer Platzwunde oberhalb des Auges musste Hirt in der Folge das Eis verlassen. Den Sünder konnten Headschiedsrichter Mollard und die beiden Linienrichter nicht ausmachen - eine Zweiminutenstrafe sprachen sie nicht aus.

Pargätzis Glanzsekunden

Dieses unsanfte Einsteigen der Emmentaler Gäste liessen die Powermäuse nicht auf sich sitzen. Nachdem die SCL Tigers in der Person von Tobias Bucher eine Grosschance nicht ausnutzen konnten, kamen die 22 Glanzsekunden von EHCO-Verteidiger Romano Pargätzi.

Mit einem Doppelschlag rächte er das nicht geahndete Foul an Teamkollege Hirt und brachte seine Farben nach nur vier Minuten und 33 Sekunden verdient mit 2:0 in Führung.

Mit seinen zwei Treffern zeichnete sich die Nummer 91, die vor Jahresfrist den Vertrag beim EHC Olten um drei Jahre verlängerte, zur wichtigsten Figur im ersten Drittel aus. Denn obwohl beide Teams bis zum ersten Pausenpfiff zu guten Möglichkeiten kamen – der EHCO spielte dabei das druckvollere Eishockey -, blieb es vorerst beim 2:0.

Haas’ Anschlusstreffer

Zu Beginn des zweiten Drittels musste Bäumle bei einigen Chancen der SCL Tigers sein ganzes Können unter Beweis stellen. Er machte dabei einen bestechenden Eindruck und hielt sogar in souveräner Manier einen Penalty von Raphael Kuonen, der bei seinem Konterversuch von Christopher Bagnoud nur mehr regelwidrig von den Beinen geholt werden konnte.

In der 29. Minute wars dann aber um die reine Weste von Bäumle geschehen: Ein Angriffsversuch der zweiten Oltner Sturmlinie brachte nicht den gewünschten Erfolg, im Gegenzug kamen die Emmentaler blitzschnell vors Oltner Tor.

Es war dann Haas, der zum 1:2-Anschluss traf. Die Langnauer kamen in der Folge immer besser ins Spiel und waren fortan den Powermäusen ebenbürtig. Vereinzelt schnupperten sie gar am Ausgleichstreffer, mussten aber dennoch mit einem Eintorerückstand in die Pause.

Tigers liessen sich nicht abschütteln

Was sich Ende des Mitteldrittels abzeichnete, wurde im Schlussabschnitt Tatsache: der Ausgleich. Nach einem schön vorgetragenen Angriff verbuchte der Slowake Juraj Kolnik den zweiten Tigers-Treffer.

Dank zweier unnötiger Strafen vonseiten der Emmentaler fand Olten zurück ins Spiel. Aus der ersten Überzahlsituation (4:3) machten die Gastgeber zwar noch viel zu wenig, beim zweiten Powerplay (5:4) strahlten sie deutlich mehr Torgefahr aus.

Die Präzision, die zuvor im Spiel der Powermäuse etwas fehlte, war beim Pass von Feser auf Truttmann wieder da. Perfekt lancierte der Kanadier Oltens «Trutti», der Tigers-Keeper Croce cool zwischen den Beinen erwischte und die EHCO-Führung (3:2) wiederherstellte.

Das war aber nicht der Siegtreffer. Weil Sterchi in der 55. Minute - Lüthi sass zu diesem Zeitpunkt auf der Strafbank - zum 3:3 ausglich, musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen.

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