Der Begriff Pesäpallo sollte bei Solothurnerinnen und Solothurnern eigentlich kein Stirnrunzeln mehr erzeugen. Das finnische Baseball feiert in unserer Umgebung Erfolge. Der Club Finnpesis Solothurn wurde letztes Jahr bereits zehn Mal in Folge Schweizer Meister. Nun kann das Team von Spielertrainer Reto Brotschi mit Ostschweizer Verstärkung an die Weltmeisterschaft im finnischen Turku. «Es ist toll, mit den unterschiedlichsten Menschen aus der Schweiz die Pesäpallo-Kultur erleben zu dürfen», freut sich der engagierte Coach auf die kommenden Spiele.

Die Schweiz war Austragungsort an der letzten Weltmeisterschaft 2015. In Luzern platzierte sich das Schweizer Männerteam auf dem vierten Rang. «Dieses Jahr wollen wir wiederum ein ungemütlicher Gegner und Favoritenschreck sein», meint Reto Brotschi. Das Schweizer Mixed-Team unter der Leitung von Henna Määttä schaffte es bei der letzten WM auf den dritten Podestplatz. «Ich bin mit Pesäpallo aufgewachsen. In Finnland ist es der Nationalsport schlechthin», erklärt die dynamische Spielertrainerin.

Finnisches Baseball: Pesäpallo ist Finnlands Breitensport Nummer 1 und findet auch im Kanton Solothurn grossen Anklang.

Finnisches Baseball: Pesäpallo ist Finnlands Breitensport Nummer 1 und findet auch im Kanton Solothurn grossen Anklang.

In Turku dieses Jahr spielen neben den Männern sechs Mixed-Teams und drei Frauenmannschaften um den WM-Pokal. Die Spielregeln sind dieselben wie beim Männerturnier. «Das Feld im Mixedspiel ist kleiner und der Ball leichter», fasst die Finnin Henna Määttä in fliessendem Englisch die Unterschiede zusammen. Mindestens vier Frauen müssen bei den Mixed-Teams auf dem Spielfeld sein.

Die Hälfte sind Solothurner

22 Spielerinnen und Spieler sind aus der Schweiz für die Weltmeisterschaft angemeldet. Davon sind fast die Hälfte aus der Solothurner Finnpesis-Delegation. Die Teams haben sich zwei Mal getroffen, um sich für die kommenden internationalen Spiele vorzubereiten. Die Regionalmannschaften haben weiterhin wöchentlich im Stammverein trainiert. So auch Anna Bürki und Nadine Howald von der Finnpesis Solothurn, die vor zwei Jahren an der WM im Mixed Bronze gewonnen haben.

Die ehemalige Ruderin Anna Bürki betreibt den Sport seit vier Jahren. «Pesäpallo ist definitiv intensiver und kopflastiger», ist die junge Frau überzeugt. Die Spieler auf dem Feld müssten genau aufpassen, wann sie zum nächsten Pesä – in der amerikanischen Variante Base genannt – laufen wollen.

Zwei Gruppen, acht Nationen

Nächsten Mittwoch reisen die zwei Schweizerteams nach Turku. Im Finnpesis-Solothurn-Clubdress werden die Mannschaften die Spiele an der Weltmeisterschaft bestreiten. Das Männerteam kämpft in zwei Gruppen und unter acht Nationen um den Titel. Das erste Spiel bestreiten sie am 20. Juli gegen die USA. «Die Amerikaner sind eine Wundertüte. Es kommt stark darauf an, wie viele gebürtige Finnen mitspielen», fasst Reto Brotschi seine Chancen zusammen.

Das Mixed-Team startet das Turnier am selben Tag gegen Deutschland, das es bei der letzten WM geschlagen hat. «Finnland gehört klar zu den Favoriten. Nun kommt es darauf an, was wir aus unserer Rolle als Underdog machen», schätzt Reto Brotschi die Chancen der Nationalteams ein.