Mountainbike

«Alle Wegweiser zeigen in Richtung Champéry»

Gute Erinnerungen: Nathalie Schneitter auf dem Weg zum ersten Weltcupsieg in Champéry im letzten Juli. Foto: key

Gute Erinnerungen: Nathalie Schneitter auf dem Weg zum ersten Weltcupsieg in Champéry im letzten Juli. Foto: key

Am Wochenende startet die 24-jährige Lommiswilerin Nathalie Schneitter in Südafrika in die Weltcup-Saison.

Rückblende: Sonntag, der 25. Juli 2010 in Champéry. Es ist heiss im Walliser Touristenort. Und Nathalie Schneitter legt auf dem Mountainbike einen ganz heissen Ritt auf die Strecke. Die Lommiswilerin holt völlig überraschend ihren allerersten Weltcup-Sieg. Am 3. September dieses Jahres wird die Solothurnerin an die Stätte ihres bisher grössten Erfolges zurückkehren. Dann nämlich findet dort das Weltmeisterschafts-Rennen der Frauen statt. «Alle Wegweiser zeigen in Richtung Champéry. Dann will ich in Topform sein. Ich richte die ganze Saison auf die WM aus», erklärt Nathalie Schneitter. «Die Strecke dort liegt mir ja», sagt sie und lacht.

Am Wochenende startet die mittlerweile in Basel wohnhafte Wirtschaftsstudentin in Südafrika in den Weltcup. Das Ziel ist bescheiden: Ein Platz in den Top 20. Mehr dürfte für die 24-Jährige noch nicht drinliegen. Sie hat vor dem ersten Weltcup-Einsatz nämlich nur ein einziges Cross-Country-Rennen bestritten. Ein Nachteil, den sie in Südafrika gegenüber der Konkurrenz noch spüren wird. Aber wie schon erwähnt: Der «Peak», die Topform, soll Anfang September erreicht werden.

Nathalie Schneitter ist in der Saisonvorbereitung für einmal ganz neue Wege gegangen. Zusammen mit ihrer Italienischen Team-Kollegin (Colnago) Eva Lechner hat sie zuerst in Chile (Sieg bei der Trans Andes Challenge) und dann in Südafrika (Platz 2 beim Cape Epic) zwei Mehretappen-Rennen bestritten. Für einmal nicht Gran Canaria, dafür zwei knüppelharte Prüfungen mit unzähligen rennmässigen Kilometern. «Wir wollten unbedingt mal etwas Neues machen. Nur so können wir Fortschritte erzielen.» Klar seien diese Mehretappen-Rennen hart gewesen. «Aber Cross-Country geht mehr an die Substanz.» Schneitter erhofft sich von ihrer speziellen Vorbereitung einen weiteren Schub, bis ganz an die Spitze. «Mein Ziel ist es, im Weltcup regelmässig in die Top 5 zu fahren.»

Harter Kampf um Olympia-Tickets

Aktuell wird die 24-jährige Solothurnerin in der Weltrangliste auf Platz 11 geführt. Damit ist sie «nur» drittbeste Schweizerin. Aber sie ist die Jüngste unter allen Spitzenfahrerinnen. «Das lässt mich von Grösserem träumen», sagt Schneitter. Von den Olympischen Spielen 2012 in London beispielsweise. Zwei Startplätze wird die Schweiz dort aller Voraussicht nach zur Verfügung haben. «Das wird ein harter Kampf um die Olympia-Tickets. Ich will in London nicht einfach nur mitfahren, sondern eine wichtige Rolle spielen.»

Nach der Standortbestimmung am nächsten Wochenende will sie Ende Mai bei den Weltcups in Offenburg und Dalby Forest erstmals so richtig angreifen. Im Juni gehts dann ins Höhentrainingslager und die Bachelor-Abschlussprüfungen stehen an. Dann folgt die zweite Saisonhälfte mit weiteren Weltcups, der EM und der WM. Spätestens dann muss Nathalie Schneitter ihre Topform erreicht haben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1