Die ersten drei Spiele dieser Viertelfinalserie haben bislang das bestätigt, was im Vorfeld von allen Seiten prophezeit wurde. Zum Beispiel, dass beim Duell des Qualifikationsdritten gegen den Sechsten zwei sehr heimstarke Teams aufeinandertreffen. Klar, dass Romano Pargätzi dem vierten Vergleich auswärts in La Chaux-de-Fonds deshalb wegweisenden Charakter zuschreibt: «Sollten wir 3:1 in Führung gehen, sieht es sicher nicht allzu gut aus für Chaux-de-Fonds. Wenn sie hingegen die Serie ausgleichen, haben wir wieder den Riesendruck im Heimspiel.»

«Grundsätzlich einmal weiterkommen»

Nachdem man das Spiel vom Dienstag noch habe drehen können, halte man nun alle Trümpfe in den eigenen Händen. Zwar will Pargätzi «grundsätzlich einmal weiterkommen», aber auch er wäre froh, würde die Viertelfinalserie nicht unbedingt über die vollen sieben Spiele führen: «So, wie es im Moment ausschaut, marschiert der SCL durch. Und wenn alles ‹normal› läuft, hätten wir dann gegen sie. Mit ein paar Tagen Pause könnte man sich bestimmt viel besser auf die nächste Runde vorbereiten.»

«Dafür haben sie gut gepfiffen»

Was die ersten drei Playoff-Partien zwischen den beiden Mannschaften auch gezeigt haben: Olten hatte bei Vollbestand die Vorteile auf seiner Seite. Und doch liessen sich die Powermäuse immer wieder dazu verleiten, Strafen zu nehmen. Zwanzig kleine Ausschlüsse haben sie bereits zu verzeichnen – zu viel, gibt auch Pargätzi zu: «Wir haben zu Beginn der Playoffs vielleicht überhart, übermotiviert gespielt. Das müssen wir sicher abstellen.» Den Grund für das häufige Unterzahlspiel sieht der 25-jährige Bündner dabei ausschliesslich in den eigenen Reihen.

Alles hält sich absolut im Rahmen

Es sei nicht so, dass die Chaux-de-Fonniers über Gebühr provozierten, im Gegenteil: «Sie sind eigentlich ganz angenehm zu spielen.» Gewisse Spieler hätten sicher den Hang, gerade während der Playoffs etwas mehr zu provozieren, mit dummen Sprüchen, zusätzlichen Checks, «oder man deckt den gegnerischen Goalie mit Schnee ein.» Bislang halte sich das aber, so Pargätzi, absolut im Rahmen.

Schiedsrichter vor keiner leichten Aufgabe gestanden

Auch will der EHCO-Verteidiger keinen Vorwurf in Richtung der Schiedsrichter machen. Er meint vielmehr, dass die vier Unparteiischen am Dienstag vor keiner leichten Aufgabe gestanden hätten. «Spiel 3 mit der ganzen Vorgeschichte war für die Schiedsrichter bestimmt nicht einfach, die Stimmung gegen sie war schon vor dem Spiel aufgeladen. Dafür haben sie das Spiel gar nicht schlecht gepfiffen. Was für uns die Aufgabe erschwert, sind die steten Schiri-Wechsel. Man weiss nie genau, auf was sie besonders schauen.» Doch grundsätzlich gelte auch in diesem Fall: «Mehr Schlittschuhlaufen, weniger Stockschläge und einfach weniger Strafen nehmen.»

Immer wieder Benoit Mondou

Mehr, und noch schneller Schlittschuhlaufen wäre auch das Rezept gegen Benoit Mondou. Nicht weniger als vier der sechs HCC-Tore gehen in diesen Playoffs auf das Konto des blitzschnellen Kanadiers. Die Neuenburger aber deshalb auf ihren besten Goalgetter zu reduzieren, wäre zu einfach. «Er ist sicher ihr bester Spieler, das wussten wir schon im Voraus», nimmt Pargätzi die Auftritte Mondous relativ gelassen. «La Chaux-de-Fonds hat allgemein viel offensives Potenzial, auch ein Jinman oder Kast darf man nie aus den Augen lassen.»

Konzentration auf die ersten beiden Neuenburger Linien

Dass man selber in der Offensive deutlich breiter abgestützt ist und sich bereits neun verschiedene Torschützen in die Scorerlisten eintragen konnten, erachtet Pargätzi als einen entscheidenden Vorteil. «Mit jedem Wechsel von uns wird es für den Gegner von Neuem gefährlich.» Die Oltner ihrerseits müssen sich vor allem auf die ersten beiden Neuenburger Linien konzentrieren, während die dritte Formation bislang nicht gross Akzente zu setzen vermochte.