Es lief die 84. Minute, als Gränichen-Torhüter Livio Buchser einen Knaller von Schöftlands Matej Féher mirakulös über die Latte lenkte. Ein ehemaliger Schöftler stoppt im Spitzenkampf den SCS auf dem Weg Richtung Leaderthron? Keineswegs, denn der Vergleich zwischen dem Tabellenzweiten und dem Leader hatte bereits eine knappe halbe Stunde zuvor die endgültige Entscheidung erfahren. In den ersten 13  Minuten der zweiten Hälfte sorgte Gezim Zeqiraj mit seinen Treffern zum 2:0 beziehungsweise 3:0 für klare Verhältnisse. «Die Mannschaft hat sich das mit seriöser Arbeit im Training und einem abgeklärten Auftritt verdient», erklärte Schöftland-Trainer Jürg Widmer.

Das Duell der beiden Absteiger nahm für den Gastgeber schon früh den Weg in die gewünschte Richtung. Eine sehenswerte Kombination über Féher und Tobias Boner führte bereits in der 8. Minute zum 1:0. Féher leitete den Ball dabei mit der Hacke in den Lauf von Boner und dieser war mit einem satten Schuss erfolgreich. «Wir waren von Beginn weg offensiv aufgestellt und haben ein frühes Tor angestrebt», erklärte Widmer die Marschrichtung.

In der Folge konnte sich der SC Schöftland etwas zurückziehen und mit Kontern die Schnelligkeit ausnützen. Zweimal waren die Einheimischen nahe am zweiten Treffer, doch sowohl in der 17. als auch in der 27. Minute fehlte der direkte Zug zum Tor. Das hätte sich kurz vor der Pause beinahe gerächt. Plötzlich tauchte der mit mehreren ehemaligen Schöftlern bestückte Gast zweimal gefährlich vor dem Gehäuse von SCS-Goalie Dominic Gautschi auf. Besonders eng wurde es in der 43. Minute, als Almedin Hodzic nach einem Eckball die Lattenoberkante traf.

Diszipliniert und Spielfreudig

Davon liessen sich die Gastgeber aber nicht aus dem Konzept bringen. Auch nach dem Seitenwechsel traten sie äusserst diszipliniert und spielfreudig auf. Für die offensive Musik war weiterhin der SCS verantwortlich, während Gränichen kaum einmal für Gefahr sorgen konnte. In der 50. Minute eroberte sich Basil Gmür an der Seitenlinie den Ball, nahm Tempo auf, zog in den Strafraum und wurde von Franjo Bajo gelegt. Zeqiraj schnappte sich den Ball und verwandelte vom Penaltypunkt sicher.

Und die Einheimischen gaben sich damit noch nicht zufrieden. Noch vor Ablauf einer Stunde wurde auf der rechten Seite Boner angespielt, der FCG-Torhüter Buchser aussteigen liess und den Ball in der Mitte Gezim Zeqiraj pfannenfertig vor das Gehäuse servierte. Für den resultmässigen Schlusspunkt sorgte schliesslich Basil Gmür in der 77. Minute. Per Querschläger gelangte der Ball zum Schöftler Offensivmann, der alleine vor Buchser keine Mühe hatte, auf 4:0 zu stellen.

Nach acht Vollerfolgen in den letzten neun Begegnungen ist aus dem Jäger der Gejagte geworden. Eine neue Ausgangslage für das junge Team des SCS. «Wir können mit dieser Situation umgehen», ist Jürg Widmer sicher, «und wir wissen um die Chance, uns mit harter Arbeit in den vordersten Tabellenregionen festsetzen zu können.»