2. Liga

Affentranger-Festspiele in Oensingen: 0:6-Klatsche gegen Fulenbach

Fulenbach-Captain Simon Affentranger (links) bearbeitet Oensingens Nico Stählin.

Fulenbach-Captain Simon Affentranger (links) bearbeitet Oensingens Nico Stählin.

Nach dem 1:1 gegen Mümliswil feiert Fulenbach am zweiten Spieltag der 2. Liga einen 6:0-Kantersieg beim Aufsteiger Oensingen.

Nach dem überraschenden Sieg gegen Bellach war man gespannt darauf, ob Aufsteiger Oensingen auch gegen den Favoriten Fulenbach mithalten kann. In der ersten Halbzeit war dies absolut der Fall. Die erfahrenen Fulenbacher waren zwar etwas mehr im Besitz des Balls, liefen aber immer wieder in die Abseitsfalle. Das 0:0 zur Pause entsprach jedenfalls den gezeigten Leistungen.

Kaum war der Match wieder angepfiffen, setzte Oensingens Angreifer Samoel Prenaj an der Mittellinie zu einem Spurt an. Der Fulenbacher Joël Altermatt wurde überlaufen und hielt den Gegner zurück. Doch der von allen erwartete Penaltypfiff blieb aus. Gleich darauf reklamierten die Oensinger noch einmal, als der Ball im Strafraum an die Hand eines Fulenbachers sprang. Aber es gab wieder keinen Elfmeter.

Doppelpack in 60 Sekunden

So ungerecht ist Fussball und das Schicksal nahm seinen Lauf: Auf der anderen Seite entwischte Simon Affentranger der Oensinger Abwehr auf ganz ähnliche Weise. Nur liess der SCF-Captain nichts anbrennen und schob den Ball am Oensinger Goalie Markus Sahdo vorbei in die Maschen. Und dann wiederholte Affentranger dasselbe Kunststück nur eine Minute später gleich nochmals, als er wieder mit einem perfekt in die Schnittstelle des Gegners gelegten Ball entwischte. Statt 1:0 hiess es 0:2.

Fulenbachs Trainer Martin Hert hatte alles richtig gemacht. Seine Stürmer liefen nicht mehr ins Offside und er reagierte auch auf die Schwächen in der Abwehr, indem er den kopfballstarken, aber langsamen Altermatt durch Janic Schläfli ersetzte. Sofort hatten die Gäste die klein gewachsenen, aber schnellen Gegner besser im Griff.

Die Oensinger waren enttäuscht und liessen die Köpfe hängen. Sie griffen zwar weiter an, aber dann blieben sie nach dem Ballverlust stehen und liessen die geschickt vorgetragenen Konter der Fulenbacher wie einen Tsunami nach dem anderen über sich ergehen. Am Ende hiess es 6:0 für den Favoriten, wobei Matchwinner Simon Affentranger viermal skorte und einmal den letzten Pass gab.

Resultat ist zu deutlich

Das Resultat täuscht etwas über die gezeigten Leistungen hinweg. Oensingens Defensive liess sich zwar zu leicht mit einem Pass durch die Schnittstellen überwinden, ansonsten war die Leistung des Aufsteigers aber durchaus zweitligawürdig. Fulenbach seinerseits nutzte die Konsternation des Gegners nach dem ersten Tor eiskalt aus und zeichnete sich durch seine tolle Chancenauswertung aus.

«Wir haben eine Stunde lang recht gut gespielt, aber meine Mannschaft ist noch nicht so gefestigt. Deshalb sind wir nach dem 0:2 eingebrochen», sagte Oensingens Trainer Ernst Frei nach dem Match. Er trauerte den beiden Szenen kurz nach der Pause nach, als seiner Meinung nach der Schiedsrichter zweimal hätte auf Penalty für Oensingen entscheiden müssen. «Wären wir in Führung gegangen, hätte der Match auch ganz anders ausgehen können.»

«Das Resultat ist eindeutig zu hoch. Ein 2:0 für uns wäre wohl gerechter gewesen», analysierte am Ende Martin Hert. Zu den beiden strittigen Szenen kurz nach der Pause meinte der Fulenbacher Trainer: «Vielleicht haben sich die Oensinger etwas zu oft fallen lassen und auf einen Pfiff spekuliert. Vielleicht sah der Schiedsrichter deshalb kein penaltyreifes Foul. Und ein Handspiel darf er danach nicht pfeifen, weil da keine Absicht dabei war.»

Oensingen – Fulenbach 0:6 (0:0)

Bechburg. – 180 Zuschauer. – SR: von Arx. – Tore: 52. S. Affentranger 0:1. 53. S. Affentranger 0:2. 68. Luan Spielmann 0:3. 71. S. Affentranger 0:4. 78. S. Affentranger 0:5. 91. Jäggi 0:6.

Oensingen: Sahdo; Engel, Rexhepi, Stählin, Beqiri; Jankovic, Radonjic, Kahraman, Bogucanin (57. Romanovic); Brunner (57. Musiqi), Prenaj.

Fulenbach: Ehrenbolger; Gradwohl, Ingold, Altermatt (57. Schläfli), L. Wyss; Lenz, J. Wyss, F. Wyss (79. Ehrenbolger), Luan Spielmann (75. Jäggi); Boss, Affentranger.

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