Wenn eine kleine, zierliche Frau acht Männer lauthals anschreit und herumkommandiert – und diese das auch noch gut finden, dann ist es in Solothurn November geworden, und wie jedes Jahr führt der Ruderclub SRC seine Regatta durch. Bereits zum 26. Mal massen sich Achterboote mit Steuermann aus der ganzen Schweiz auf der Aare.

Als «ambitioniertes Plauschrennen», bezeichnet OK-Präsident Jean-Louis Féraud die Regatta, welche die Rudersaison definitiv abschliesst. Das gemütliche Zusammenkommen sei fast so wichtig wie der Sport. «Die Verhältnisse sind zwar im November nicht mehr so ideal, aber vielleicht wollen ja wir Ruderer beweisen, dass wir harte Männer sind», scherzt Féraud. Barfuss das Boot in der schon fast winterkalten Aare zu wassern, das ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. Dass es in der Badi einen Steg gäbe, wo man das trockenen Fusses machen könnte, das ignorieren die Ruderer. Sie steigen lieber an der seichten Stelle beim Campingplatz im Solothurner Lido in die Aare.

Erst seit 1981 Frauen beim Solothurner RC

Das relativiert auch etwas die eingangs erwähnte Tatsache, dass – wie beim Gesamtsieger Basel RC – oft genug die einzige Frau im Boot das Kommando hat. Beim Solothurner RC ist das aber erst 1981 möglich geworden. Als der Ruderclub damals nach intensiven Diskussionen begann, Frauen als Mitglieder aufzunehmen, führte das sogar zum Austritt des damaligen Präsidenten. Einziger Trost für ihn, dass sich wenigstens der Begriff Steuermann halten konnte.

Der zügige Westwind stellte für das Rennen zwar eine deutliche Erschwerung dar, aber gefährliche Wellen, die ein Boot zum Kentern bringen könnten, gab es keine. Gegen den Herbststurm und gegen die Strömung gleichzeitig musste bis zum Wendepunkt oberhalb des Inselis Länggrien angerudert werden. Im Gegensatz zum Segeln ist es beim Rudern übrigens nicht erlaubt, beim Wendepunkt die Konkurrenten zu behindern. Dort hatte manch einer schon bei halber Distanz übersäuerte Muskeln, wie sonst erst am Ziel.

Basler RC gewinnt das Rennen

Obwohl es danach auf dem zweiten Abschnitt fast von alleine ging, waren diesmal keine Streckenrekorde zu erwarten, die Zeiten lagen jeweils zwei bis drei Minuten höher als in früheren Jahren. Am schnellsten ins Ziel schafften es die Männer – und die Frau – des Basler RC. Dies sowohl bei den Männern wie auch bei den Junioren. Der Solothurner RC sicherte sich derweil den Sieg bei den Masters. Insgesamt waren 17 Boote in vier Kategorien auf der Aare unterwegs.