Schwingen

Acht Solothurner, elf Baselbieter, aber nur neun Aargauer

Die Nordwestschweizer Führungsspitze mit Stefan Strebel (l.) und Daniel Dreier blickt Richtung Burgdorf.

Die Nordwestschweizer Führungsspitze mit Stefan Strebel (l.) und Daniel Dreier blickt Richtung Burgdorf.

Im Anschluss an das Teilverbandsfest in Allschwil hat der Nordwestschweizerische Schwingerverband die Selektion für das Eidgenössische in Burgdorf vorgenommen. Das grösste Kontingent stellen überraschend die Baselbieter mit elf Schwingern.

Im Anschluss an das Teilverbandsfest in Allschwil hat der Nordwestschweizerische Schwingerverband die Selektion für das Eidgenössische in Burgdorf vorgenommen. Das grösste Kontingent stellen überraschend die Baselbieter mit elf Schwingern. Der Aargau stellt neun, Solothurn acht und Baselstadt einen Athleten.

Mit acht Qualifizierten fürs Eidgenössische haben die «Rotweissen» ihren Bestand nahezu gehalten. Doch die Erfolge von Bruno Gisler an der Spitze überstrahlen die bröckelnde Basis. Die Breite an Schwingern schmolz in den letzten Jahren drastisch. Den Solothurnern droht im Nordwestschweizer Verband bald eine Aussenseiterrolle.

Die Hierarchie steht kopf

Die Hierarchie der Nordwestschweizer Schwinger steht damit kopf. Während Jahrzehnten dominierte der Aargau und stellte fast die Hälfte der Teilnehmer an einem Eidgenössischen. Noch 2010 gehörten in Frauenfeld 14 Aargauer zur 29-köpfigen Nordwestschweizer Delegation. Aus dem Baselbiet qualifizierten sich vor drei Jahren nur vier Schwinger.

Für Burgdorf schrumpfte die Aargauer Gruppe nun auf neun Mann zusammen, stattdessen stellen die Baselbieter elf Sägemehlathleten. Was ist passiert? Für den Technischen Leiter des Teilverbandes, Stefan Strebel, ist die Selektion, die sich strikte an die Nordwestschweizer Bestenliste hält, keine Überraschung.

«Das ist die Realität auf den Schwingplätzen», betont der Freiämter. Dazu passt die Kranzverteilung vom letzten Sonntag am Teilverbandsfest. Auch da hatten die Baselbieter die Nase deutlich vor den Aargauern und Solothurnern.

Für den Basellandschaftlichen Kantonalverband sind elf Selektionierte für ein Eidgenössisches absoluter Rekord. Hinter dem Aufschwung steckt vor allem ein Name: Andreas Henzer. Der langjährige Leader der Baselbieter bemühte sich in den letzten Jahren um eine schlagkräftige Trainingsgruppe, die zu einem kantonalen Team mutierte.

Nach dem Motto «gemeinsam sind wir stark» legten die Baselbieter Kranzschwinger sowie talentierte Nichtkranzer Sonderschichten im Sägemehl und im Fitnessstudio ein. Der Trainingsfleiss zahlte sich in den letzten drei Jahren frappant aus.

Die Baselbieter erhöhten ihre durchschnittliche Jahresausbeute von 18 Kränzen auf 25. Dabei wirkt sich der Kampf um die Leaderrolle offensichtlich leistungsfördernd aus. Nebst Gschwind gilt in Burgdorf auch der für die Baselstädter schwingende Binninger Henryc Thoenen als Eidgenossen-Anwärter.

Aargauer Hoffnung

Stefan Strebel macht sich trotzdem keine Sorgen um «seine» Aargauer. Er will nichts wissen von einem Überdenken der kantonalen Trainingsstrukturen. «Die Schwinger haben sich inzwischen selber organisiert und ein Trainingsteam gebildet», beruhigt er.

Ausserdem seien genügend Talente vorhanden, damit der Aargau im Nordwestschweizer Verband bald wieder die Führung übernehmen könne. Er nennt Talente wie Yanick Klausner, Jimmy Hasler, Joel Strebel oder Jan Huber, die sich in den nächsten Jahren als Kranzschwinger etablieren sollten.

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