Hornussen
Acht Punkte trennte Zuchwil beim «Eidgenössischen» vom Festsieg

Das 36. Eidgenössische Hornusserfest in Lyss hätte spannender nicht sein können. In einem wahren Hitchcock-Finale waren am Schluss Festsieger Bern-Beundenfeld, Wäseli und das drittplatzierte Zuchwil lediglich durch 8 Punkte getrennt.

Armin Leuenberger
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Die Mannschaft Zuchwil A freut sich über den Gewinn des Trinkhorns für den 3. Rang. Hans Ulrich Mülchi

Die Mannschaft Zuchwil A freut sich über den Gewinn des Trinkhorns für den 3. Rang. Hans Ulrich Mülchi

Bereits nach dem Anhornussen am Samstag stand fest, dass im Ausstich um den Festsieg am Sonntag noch praktisch alles offen stand. Von den Mannschaften der 1. Stärkeklasse lagen die besten vier Teams, darunter Zuchwil A, lediglich durch 33 Punkte getrennt beisammen, dicht gefolgt von Recherswil-Kriegstetten A und Gerlafingen-Zielebach A.

Reaktivierter Lehmann sticht heraus

Im ersten Umgang am Sonntagmorgen rückten die Titelanwärter noch näher zusammen, lag doch nach sechs Streichen das Spitzenquartett noch lediglich 16 Zähler auseinander. Die Zuchwiler, welche gegen Höchstetten anzutreten hatten, lagen zu diesem Zeitpunkt noch drei Zähler hinter dem Oberaargauer Nachbarn.

Bis zum Schluss, weil auf beiden Seiten die Spieler plötzlich Nerven zeigten, konnte Zuchwil als mehrfacher eidgenössischer Festsieger seinen knappen Rückstand noch in einen klaren Vorsprung von 35 Punkten ausbauen und so das
3. Horn mit nach Hause nehmen.

Benjamin Lehmann hatte in der abgelaufenen Meisterschaft eine Pause eingelegt. Der hervorragende Hornusser wurde aber auf das «Eidgenössische» hin reaktiviert, eine Massnahme, die sich auszahlen sollte. «Benu» wie sie ihn alle nennen, hat das Hornussen nicht verlernt und wurde mit 183 Punkten im 7. Rang bester Zuchwiler.

Schon Samstag ausgezeichnet im Rennen

Schon im Anhornussen am Samstag lag er mit 96 Punkten ausgezeichnet im Rennen. Jürg Eggimann, seines Zeichens 1997 und 2000 zweifacher Schlägerkönig, ist seit zwei Jahren Spielführer der Zuchwiler. Grosse Stücke hält er auf den erst 13 Jahre alten Silvan Binggeli. Der Schüler aus dem eigenen Nachwuchs schlug in Lyss tolle 119 Punkte.

«Ein Riesentalent», so Eggimann. Zuchwil, das in der Meisterschaft lediglich den 7. Rang belegt hat, hat immerhin bis heute vier eidgenössische Festsiege realisiert und das gleichwertige Eidg. Schwing- und Älplerfest in Aarau gewonnen.

Vom neuen Schweizer Meister Recherswil-Kriegstetten erkämpften sich mit 181 Punkten Michael Spichiger und mit Reto Glauser, 179 Punkte, gleich zwei Wasserämter den Silberkranz. In der 7. Stärkeklasse gab es für Mülchi gar einen Festsieg zu feiern.

Vier Solothurner Teams mit Horn

Am Sonntag waren die Mannschaften, welche am Morgen mit Anschlagen beginnen mussten, durch die Windverhältnisse leicht benachteiligt. Das traf auch auf Zuchwil zu. «Das ist eine Tatsache, die für alle gleich war. Sie soll keinesfalls als Ausrede dienen», hielt Zuchwils Routinier Rolf Binggeli fest.

Neben Zuchwil A, Recherswil-Kriegstetten A und in der 2. Stärkeklasse Messen A, gewannen gleich vier Solothurner Mannschaften ein Horn. Unmittelbar hinter den Hornrängen klassierte sich Gerlafingen-Zielebach A, dem zum Horngewinn lediglich 22 Zähler fehlten.

Im Kampf um den Schlägerkönig, der nach einen völlig neuen Modus, der vielerorts auf Kritik stiess, waren die Hornusser des Nordostschweizerischen Verbandes nicht vertreten.