Streethockey
Absichtlich Aussenseiter: Grenchen-Limpachtal hofft erneut auf die Überraschung

Der SHC Grenchen-Limpachtal nimmt die letzte NLA-Saison auf dem Kleinfeld als Aussenseiter auf den Titel in Angriff. In der vergangenen Spielzeit hat das schon sehr gut geklappt.

Cedric Heer
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In der vergangenen Saison gewannen die Solothurner den Cup.

In der vergangenen Saison gewannen die Solothurner den Cup.

zVg

Vor gut einem Monat verkündete der NLA-Verein SHC Grenchen-Limpachtal auf seiner Homepage, dass der Gemeinderat grünes Licht für das Grossfeldprojekt sowie dessen Finanzierung gegeben hat. Präsident Stefan Kunz schrieb: «Durch diesen Entscheid sind wir sehr zuversichtlich, das Projekt im nächsten Jahr realisieren zu können.»

Spricht man den Präsidenten heute auf die bevorstehende Umstellung vom kleinen Streethockeyfeld (4 gegen 4 ohne Offside) auf das grosse (5 gegen 5 mit Offside) an, macht sich dennoch ein gewisses Unbehagen breit: «Auch hier gibt es die berüchtigten zwei Seiten der Medaille.»

Verlust und Gewinn

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verstehe er einerseits die internationalen Interessen, denn durch die Umstellung erhofft man sich, konkurrenzfähiger zu werden.

Die Schweiz ist bis dato Ende dieser Saison eines der einzigen Länder, das ihren Meisterschaftsbetrieb noch auf dem Kleinfeld austrägt, was sich auch auf den internationalen Resultaten niederschlägt.

«Andererseits geht das gewisse Etwas verloren, was unseren Sport bisher einzigartig gemacht hat» gibt Kunz zu bedenken. «Ich akzeptiere, wie die Ausrichtung zustande gekommen ist, aber es ist definitiv nicht so, dass das von uns gross gepusht worden wäre. Daraus muss man das Beste machen - für den Sport ist es sicherlich eine Chance», sagt Kunz.

Verstärkungen geholt

Zunächst gilt die Fokussierung auf die kommende Saison. Mit Simon Rindlisbacher und Michael Marti (beide Rücktritt) haben nur zwei Spieler den Verein verlassen. Demgegenüber stehen die Verpflichtungen des Torhüters und Ur-Grenchners Simon Stucki und den Feldspielern Mirko Hofer, Nick Eggen und Philippe Hefti (alle ehemals SHC Ägerten-Biel).

Eigentlich eine gute Ausgangslage beim amtierenden Cupsieger. «Wir sind gegenüber anderen Jahren noch nicht dort, wo wir stehen wollen», mahnt Trainer Daniel Feuz. Nach einem schwierigen Sommertraining, bedingt durch den Schulhausumbau und viele Absenzen, spricht Feuz von einem Sprung ins kalte Wasser.

Aus diesem Grund hält sich Feuz auch mit einer Prognose für die kommende Saison zurück: «Letztes Jahr sind wir ohne eine konkrete Zielsetzung Qualifikations- und Cupsieger geworden.»

Bitteres Aus noch in den Köpfen

Das bittere Playoff-Halbfinal-Aus gegen Belp, als man den Ausgleichstreffer im entscheidenden Spiel erst 37 Sekunden vor Schluss hinnehmen musste, um dann in der Verlängerung nach 23 Sekunden als Verlieren vom Platz zu gehen, scheint immer noch in den Köpfen der Solothurner herumzugeistern.

Schliesslich lässt sich Feuz aber doch noch eine Prognose entlocken: «Unser Team ist ähnlich besetzt, die Gegner haben sich durchaus verstärkt. Die ersten drei Plätze sind aber sicherlich möglich.»

Das erste Match gegen Oberwil verloren die Grenchner 4:8, im zweiten Heimspiel am Sonntag gegen Wettswil-Bonstetten wollen sie auf die Siegesstrasse finden (14 Uhr, Grenchen).