Betretene Mienen nach dem Handshake bei Unihockey Mittelland: gegen die Bern Capitals kam das Saisonende dann noch abrupt. In der Best-of-3-Serie des Playoff-Viertelfinals kassierte die Equipe von Trainer Björn Karlen gegen die Hauptstädter zwei Niederlagen. «Klar hätten wir sehr gerne die dritte Partie erzwungen», gab Mittellands Captain Dominik Rhiner zu, «aber letztlich war die individuelle Klasse bei den Bernern doch entscheidend. Aber wir haben uns gut gewehrt.»

Phasenweise waren die Mittelländer, insbesondere im Heimspiel, die bessere Mannschaft. Im ersten Drittel verzeichnete der Gastgeber ein Chancenplus. Doch die Berner bewiesen ihre Stärke in der Defensive, blockten mehrere Schüsse ab und unterbanden vor dem Tor vermeintlich tödliche Pässe. Mit 0:0 ging es in den zweiten Abschnitt. Marvin Richner nutzte in der 24. Minute aus, dass die Schiedsrichter Vorteil laufen liessen und brachte UM in Front. Es dauerte bis zur 33. Minute, ehe die Berner mit einem lehrbuchmässigen Konter und Nino Wältis Schuss auf 1:1 stellten.

Bis zum Schluss gekämpft

Die Mittelländer blieben in der Folge in veränderter Blockzusammenstellung spielbestimmend, fanden aber in Capitals-Goalie Marco Steiner ihren Meister. Das 1:2 nach 41 Minuten war ein Tor mit Ansage: Nachdem UM-Keeper Marc Schönbucher mehrmals sein Team im Spiel gehalten hatte, musste er sich doch geschlagen geben. Beim 1:3 nach 47 Minuten passte Nino Wältis Lattenkreuzhammer perfekt. In der 55. Minute fasst sich Raphael Hasler ein Herz, eroberte im Boxplay in der Feldmitte den Ball und setzte sich gegen drei Gegner durch zum 2:3.

Weder Timeouts noch die Fans noch das Sich-Gegenseitig-Motivieren konnte UMs Niederlage danach. Wie bereits in Spiel eins gingen die favorisierten Berner als Sieger vom Platz und zogen in den Halbfinal ein. Im ersten Vergleich hatte UM 2:0 und 4:2 geführt, ehe die «Caps» aufdrehten und die aufopfernd kämpfenden Gäste mit 5:4 heimschickten.

Blick nach vorne

Und so stand den Mittelländern an beiden Abenden, nach zwei Duellen mit harter Gangart, die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Nach einer kurzen Mannschaftsbesprechung in der Garderobe mochte Captain Dominik Rhiner dann aber den Blick über die Playoff-Niederlagen hinaus zu richten. Es gebe auch Positives mitzunehmen, betonte er. Als Björn Karlen die Equipe letzten Frühling übernahm, habe sie aus Einzelkämpfern bestanden.

«Heute sind wir eine Einheit, der Teamspirit hat sich extrem verbessert», so Rhiner. Dasselbe beobachtet Co-Vereinspräsident Tobias Schalk: «Der Zusammenhalt ist stark und wir leben nicht wie früher von Einzelspielern.» Insgesamt habe das Fanionteam einen grossen Schritt nach vorne gemacht – taktisch, athletisch und technisch. «Wir haben vor allem gegen die starken Gegner gut gespielt, gegen die schwächeren hatten wir mehr Mühe», nannte Dominik Rhiner einen Punkt, den es diese Saison zu bemängeln gebe.

Letztlich wich die ernste Miene einem Lächeln und der Captain, dessen Team grosso modo zusammenbleibt, sagte: «Das Playoff-Out bedeutet einerseits leider bereits eine Pause. Aber es ermöglicht auch, sehr lange an allem zu feilen für die nächste Spielzeit. Je nachdem, wer aufsteigt, liegen die Top4 dann für uns in Reichweite.»