Fussball
85-Jahre-Jubiläum FC Wangen: Geschenke gibt’s nur am Eingang

Der FC Wangen empfängt morgen (17.30) den FC Grenchen zum „gemischten Gefühls-Derby“. In den Reihen des Heimteams steht indes ein grosser Name, der alsbald aber wieder von der Chrüzmatt verschwinden wird.

Michael Schenk
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Alan Nabarro (am Ball) und Nils Wernli befinden sich mit dem FC Wangen nach mässigem Rückrundenstart wieder im Aufschwung.

Alan Nabarro (am Ball) und Nils Wernli befinden sich mit dem FC Wangen nach mässigem Rückrundenstart wieder im Aufschwung.

Remo Fröhlicher

Ob der „grosse“ Name im Team des FC Wangen morgen im 1.-Liga-Derby gegen den FC Grenchen auflaufen kann, ist offen. Der Name, um den es sich handelt: Shaqiri. Wohlverstanden, nicht der Kraftwürfel, der einst in Basel und Bayern kickte, sondern der Ardit Shaqiri. „Als er zu uns kam, war er nicht fit; inzwischen ist er es und ein wirklich sehr guter Spieler. Er kann bei uns, wie sein Namensvetter in der Nati, die Spielmacher- und Goalgetter-Rolle einnehmen“, schwärmt Wangens Vereinsboss René von Euw.

Unbekannter Passus

Ardit also wie Xherdan? Nicht ganz. Der mazedonische Staatsbürger, der in zwei Matches dreimal traf, weilt wie sein verletzter Landsmann Darko Bozinow mit einem Touristenvisum in Wangen. Fussballreglementarisch alles in Ordnung soweit, Ausländerrechtlich hingegen dürften „Touristen“ aus nicht EU-Nationen hierzulande nur zum Spass Fussballspielen. Wird so eine Person aus einem Drittstaat von einem Klub für die Teilnahme an einer Meisterschaft verpflichtet, liegt ein „Stellenantritt mit Erwerbstätigkeit“ vor, heisst’s bürokratisch.

Selbst wenn der Betroffene nichts für seine Dienste erhält. Für so was bräuchte es dann eine Aufenthalts- sprich Arbeitsbewilligung. Bei Zuwiderhandlung drohen Bussen von bis zu einer halben Million. „Wir sind dabei abzuklären, was noch geht und was nicht“, sagt von Euw. Ihm sei dieser Passus gänzlich unbekannt gewesen. So oder so aber sind die Tage des Chrüzmatt-Bombers gezählt. Am 28. April läuft Shaqiris Visum wie das von Bozinow aus und dann heissts eh „tschüss...“. Spätestens dann gehen die Zwei nach Hause, das ist so“, bestätigt von Euw.

Grenchen hats eingefädelt

Der FC Grenchen, sprich dessen neue, auf Hyper-Korrektness bedachte Geschäftsleitung, war es, die das Solothurner Migrationsamt diesbezüglich – damals in eigener Sache – in dieser Causa aufmerksam machte und die Behörden so hat aktiv werden liess. Viele Freunde hat man sich dadurch beim FCG nicht gemacht. Mehr als den spendierten Apéro beim Eingang dürfen die Grenchner darum im morgigen Derby (17.30), zu dem alle Matchbesucher anlässlich des 85-jährigen Jubiläums des FC Wangen Gratiseintritt geniessen, als Geschenk nicht erwarten.

„Wir sind gut in Form und spielen immer auf Sieg“, sagt Wangen-Coach Goran Pekas. Dem Gast aus der Fliegerstadt droht insofern eine ähnliche Vollpleite wie beim 1:10 in der Hinrunde. Selbst wenn Grenchen klar stärker einzuschätzen sei, als vor sieben Monaten und selbst „wenn es gegen vermeintliche Gegner oft schwieriger wird, als einen lieb ist“, so Pekas. Gegen Grenchen aber sei seine Mannschaft auch ohne grosse Worte motiviert.

Alternative zu Touristen

Selbstverständlich bedauert man es wie überall auch in Wangen mitanzusehen, wie der einstige Traditionsklub derzeit fadengerade Richtung 2. Liga torkelt. Immerhin: „Der FC Grenchen hat trotz der schlechten Tabellenlage einige sehr interessante Spieler“, sagt noch Wangen-Coach Pekas. Der eine oder andere von ihnen könnte also bald eine Alternative für Touristen bei der Konkurrenz werden...

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