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8:0 - FC Grenchen geht zum Saisonauftakt unter

Beim FC Grenchen fehlte es im Auftaktspiel zu dieser 1.-Liga-Saison an allen Ecken und Enden. Die 8:0-Klatsche gegen die ambitionierten Jungprofis in Luzern war eine logische Folge.

Mike Brotschi
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Fand nie ins Spiel: Grenchens Mathurin Ndo'Ze (r.).

Fand nie ins Spiel: Grenchens Mathurin Ndo'Ze (r.).

Alexander Wagner

Keine Mannschaftsliste, kein Assistent, kein Physiotherapeut, kein Ersatzkeeper und selber noch Fahrer des Kleinbusses. FCG-Trainer Najib Melhli war nicht zu beneiden. Trotzdem sagte er nach der Partie: „Für diese Vorstellung gibt es keine Entschuldigung. So wie wir heute aufgetreten sind, ist einfach miserabel und wir wollen keine Schuldigen suchen.“ Ähnlich sah es Vorstandsmitglied Alain Marie: „Drei der eingesetzten Spieler weilten bis letzte Woche in den Ferien“. Mangels Alternativen war er gezwungen, diese gleich von Anfang an bringen und so musste die erstmals in dieser Formation spielende Elf gegen die mit allen Mitteln der modernen Nachwuchsarbeit ausgestatteten Luzerner im ersten Ernstkampf antreten. Ein Unterfangen, welches eigentlich schon vor Anpfiff zum Scheitern verurteilt war.

Grenchen mit nur einer Torchance

Und so kam es auch. Luzern ging früh in Führung. Persichini war gegen den präzis abgegeben Hinterhaltsschuss machtlos. Es war noch keine Viertelstunde vergangen, da erhöhten die Platzherren auf 2:0. Dazwischen hatte es Safari mit einem Dropkick aus 20 Metern versucht und dabei den Luzerner Goalie zu einer Glanzparade gezwungen, was notabene die einzige Grenchner Chance der ganzen Partie bleiben sollte. Nachdem die Luzerner bei einem weiteren Angriff über die völlig überforderte rechte Abwehrseite nur das Aluminium trafen, wäre Melhli bereits vor Ablauf einer halben Stunde gezwungen gewesen, etwas umzustellen. Er musste aber mangels Alternativen und weil drei Spieler noch nicht qualifiziert waren, an der Aufstellung festhalten. Nicht unverdient, aber mit etwas Glück erhöhte Thali in der 31. Minute auf 3:0. Er erwischte den Grenchner Keeper mit einem Flachschuss von der Grundlinie. Ab der 38. Minute spielten die Grenchner in Unterzahl, weil Mimzil Thali von hinten umsäbelte und dafür direkt Rot sah. Eine harte aber vertretbare Entscheidung, des guten Schiedsrichtertrios.

Alle Freiheiten für Luzerns U21

Das Bild nach dem Pausentee war dasselbe. Grenchen gelang nichts und die Luzerner Nachwuchshoffnungen konnten schalten und walten. So erstaunte es nicht, dass der sträflich alleine gelassene Thali, welcher vorher schon zweimal getroffen hatte, mit zwei weiteren Treffern noch vor Ablauf einer Stunde auf 6:0 erhöhte. Es folgte eine Phase, in welcher sich die Luzerner etwas zurückzogen und das Spiel den Gästen überliessen. Obwohl Nastoski als Dreh- und Angelpunkt ein grosses Kämpferherz bewies, gelang es dem FCG nicht in den gegnerischen Strafraum vorzudringen. Im Gegenteil, die Gastgeber erhöhten in der 78. Minute durch den eingewechselten Bühler auf 7:0 und Ndo`Ze konnte in der 85. Minute ebenfalls vorzeitig unter die Dusche. Dies nachdem er nach einem Frustfoul die zweite gelbe Karte sah. Kurz vor Spielschluss foulte der eingewechselte Bagdasarian im Strafraum Kleiner, worauf Haas mittels Foul-Elfmeter zum Schlusstand von 8:0 traf.

Luzern U21 - Grenchen 8:0 (4:0)
Allmend. - 250 Zuschauer. - SR Horisberger. - Tore: 4. Sliskovic 1:0, 12. Burkard 2:0, 31./39./49./56. Thali 6:0, 78. Bühler 7:0, 89. Haas (Foul-Elfmeter) 8:0.
Luzern U21: Omlin; Samson, Schmid, Kleiner, Riedweg; Burkard, Arnold, Bürgisser (66. Bühler), Sliskovic (52. De Oliveira); Thali (66. Da Costa), Haas.
Grenchen: Persichini D.; Safari, Eliassi, Belcev, Bamele; Mimzil, Ndo ́Ze, Nastoski, Zayas; Ibraimi Agron (42. Januzaj), Bala (71. Bagdasarian).
Bemerkungen: Grenchen ohne Jelassi, Doua, Persichini L. - Verwarnungen: 60. Ndo`Ze (Foul), 71. Zayas (Foul), 75. Haas (Foul), 79. Bamele (Ball wegschlagen). - Platzverweis: 38. Mimzil (grobes Foul), 85. Ndo`Ze (Ampelkarte).

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